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Das Problem liegt im Kopf Findet Selina Gasparin den Neustart-Knopf?

Selina Gasparin war 2014 im Einzelwettkampf die erste Schweizer Medaillengewinnerin im Biathlon. Aktuell ist sie verunsichert.

Selina Gasparin nimmt ihr Gewehr vom Rücken.
Legende: Selina Gasparin Am Schiessstand läuft es der Silbermedaillengewinnerin von 2014 nicht wie erhofft. Keystone

Im Sprint geschah etwas, was selbst erfahrene Beobachter staunen liess. Normalerweise versuchen Biathleten im Wettkampf möglichst genau dort zu schiessen, wo sie vor dem Rennstart ihre Waffe eingestellt haben. Denn je nach Position am Schiesstand sind die Windverhältnisse verschieden, gerade hier in Pyeongchang.

Doch statt sich wie beim sogenannten «Anschiessen» am 13. Stand einzurichten, lief Selina Gasparin am völlig verdutzten Coach Armin Auchentaller vorbei zum 2. Stand. Der schaffte es gerade noch, das Fernrohr neu auszurichten, nur um zu sehen, wie die Bündnerin dort gleich 3 Zielscheiben verfehlte.

Enttäuschungen im Sprint und in der Verfolgung

Die Chance auf ein gutes Resultat war damit dahin. Sowohl im Sprint wie auch in der Verfolgung, zu der Gasparin mit grossem Rückstand antreten musste.

Diese Episode verdeutlicht die Verunsicherung der Silbermedaillengewinnerin von Sotschi, die grosse Probleme mit dem böigen Wind in Südkorea bekundet. Dabei wäre sie rein körperlich in einer exzellenten Verfassung. Sie läuft schneller als vor 4 Jahren, vielleicht sogar so schnell wie noch nie. Die siebtbeste Laufzeit in der Verfolgung unterstreicht ihre gute Form.

Werkseinstellungen wiederherstellen?

Im Einzel am Donnerstag (9:15 Uhr Schweizer Zeit, live im Stream und in der Sport App) geht es wieder von vorne los, nachdem das Rennen am Mittwochmorgen dem Wind zum Opfer gefallen war. Die 33-Jährige kann die guten Erinnerungen an den Traumlauf in Russland hervorkramen. Auch dort lief es zuvor in Sprint und Verfolgung nicht nach Wunsch.

Ein gutes Omen? Vielleicht lässt sie sich auch von der Unbeschwertheit Lena Häckis und Irene Cadurischs inspirieren. Beide haben schon ein Diplom in der Tasche und nahmen damit auch etwas Druck von den Schultern der Teamleaderin.

Das Pokerspiel mit Cadurisch

Apropos Cadurisch. Sie muss am Donnerstag ihren Platz wie geplant Aita Gasparin überlassen. Die Begründung der Coaches: Cadurisch sollte mit einem 8. und einem 16. Rang bereits genügend Punkte haben, um im Massenstart am Samstag dabei zu sein.

Sie soll dort mit frischen Beinen angreifen können. Ganz sicher ist ihre Qualifikation allerdings noch nicht. Das hängt nicht zuletzt davon ab, ob Selina Gasparin oder andere, die noch kein Topresultat haben, im nächsten Rennen auftrumpfen können.

Kriterien für den Massenstart

Neben den Medaillengewinnerinnen haben die 15 im Weltcup am besten platzierten Biathletinnen Startrecht. Die übrigen der 30 Plätze werden anhand der Olympia-Resultate in Sprint, Verfolgung und Einzel (15 km) vergeben.

Legende: Video Zweites Gold für Dahlmeier – Häcki mit grosser Aufholjagd abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Vom 12.02.2018.

Sendebezug: Laufende Olympia-Berichterstattung

1 Kommentar

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  • Kommentar von René Ruf (RenéR)
    Die Qualifikation für den Massenstart wird Irene Cadurisch nicht mehr zu nehmen sein. Es gilt Kräfte zu sparen, nicht nur für den Massenstart auch im Hinblick auf die Damen-Staffel. Nebst den Coaches traf diesen Entscheid vor allem der Disziplinen-Chef.
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