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Gut schrammt am Podest vorbei Snowboard-Weltmeisterin Ledecka schnappt sich Super-G-Gold

Ester Ledecka setzt sich völlig überraschend im olympischen Super-G durch. Die Tschechin ist eigentlich eine Snowboardgrösse.

Die Top 4

  • 1. Ester Ledecka (Tsch) 1:21,11
  • 2. Anna Veith (Ö) + 0,01 Sekunden
  • 3. Tina Weirather (Lie) + 0,11 Sekunden
  • 4. Lara Gut (Sz) + 0,12 Sekunden

Der Sensationssieg

Der Super-G von Pyeongchang geht als eines der verrücktesten Alpin-Rennen in die Geschichte ein. Auf den Punkt gebracht: Mit Ester Ledecka düpiert eine 2-fache Snowboard-Weltmeisterin die Spezialistinnen und rast mit einer Kamikaze-Fahrt im unteren Teil völlig verblüffend zur Goldmedaille.

Die Tschechin, die mit Startnummer 26 ins Rennen ging, war im Weltcup noch nie besser als auf Rang 7 klassiert. Herausgefahren hat sie dieses Ergebnis im vergangenen Dezember in der Abfahrt von Lake Louise. Ihr Debüt gab sie erst Anfang 2016. Ihre Erfahrung beschränkt sich auf 19 (!) Weltcup-Einsätze.

Ledeckas Domäne ist eigentlich das Snowboarden. 2-fache Weltmeisterin ist sie in dieser Sparte, 14-fache Weltcup-Siegerin im Parallel-Riesenslalom und -Slalom. Ihr ursprünglicher Plan vor Pyeongchang war es, in der olympischen Alpin-Konkurrenz der Boarder zum Schluss der 23. Winterspiele aufzutrumpfen.

Der Hundertstel-Ärger

Ledeckas Sturm an die Ranglistenspitze katapultierte Lara Gut unsanft vom Podest. Die Tessinerin verpasst das angestrebte Edelmetall um ärgerliche 0,01 Sekunden. Damit blieb das Pech der 26-Jährigen leider treu.

Denn schon vor 4 Jahren in Sotschi hatte sie mit dem undankbaren 4. Platz Vorlieb nehmen müssen. Damals sprachen 4 Hundertstel gegen sie. Und in der Olympia-Abfahrt 2014 an gleicher Stätte belegte Gut mit bloss 10 Hundertstel Rückstand den 3. Rang. Als Trost blieb ihr zumindest Bronze.

Der Hundertstel-Krimi

Auch der zweitklassierten Anna Veith war das Wettkampfglück an diesem Tag nicht hold. Sie schrammte um 1 Hundertstel an Gold vorbei. Die Salzburgerin hatte 2014 in Sotschi triumphiert, konnte nach langer Verletzungsgeschichte nun also hauchdünn nicht nachdoppeln. Ledecka beendete zudem auch die österreichische Dominanz im olympischen Super-G, die seit 2006 anhielt.

Das Podest komplettiert die Liechtensteinerin Tina Weirather. Die 28-Jährige sicherte sich nach WM-Silber in St. Moritz ihre 2. Medaille an einem Grossanlass.

Die weiteren Schweizerinnen

  • 9. Michelle Gisin + 0,46 Sekunden
  • 17. Corinne Suter + 1,13 Sekunden
  • 27. Jasmine Flury + 2,19 Sekunden

Das weitere Programm

Die Athletinnen richten nun den Fokus auf die Abfahrt. Bereits in der Nacht auf Sonntag tasten sie sich im 1. Training an das Rennen heran, das dann am Mittwoch stattfindet (3 Uhr live auf SRF zwei). Für die Männer geht es morgen mit dem Riesenslalom weiter.

Legende: Video Die SRF-Kommentatoren reagieren auf die Fahrt von Ledecka abspielen. Laufzeit 0:37 Minuten.
Vom 17.02.2018.

Sendebezug: Laufende Olympia-Berichterstattung

49 Kommentare

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  • Kommentar von Dan Gyger (DGN)
    Shiffrin hat in Lake Louise im Dezember die Abfahrt gewonnen. Das Streckenprofil und v.a. die Wetterbedingungen waren sehr vergleichbar mit der Olympia-Abfahrt. Ledecka ist mit einem Ski von Shiffrin gefahren. Das beweist einmal mehr die zentrale Rolle des Materials im Ski-Weltcup insbesondere bei technisch relativ anspruchslosen Strecke wie z.Z. an der Olympiade. Die minimalen Zeitabstände an der Spitze weisen darauf hin, dass die Schwierigkeiten und damit die Fehlerquote minimal waren.
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    1. Antwort von Suat Ulusoy (SuatU)
      Klar, das Material ist ein wichtiger Faktor. Heute wurde aber der Super-G ausgetragen. Und die Strecke war absolut olympia-würdig. "Minimale Fehlerquote"? Die meisten Favoritinnen haben ja gepatzt und öffneten Esther Ledecka das Tor zur grandiosen Sensation!
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  • Kommentar von Dennis Gutknecht (HoppSchwiiz)
    Ich weiss nicht was mich mehr bewegt: Ledecka oder Gut... Aber da Ich Patriot bin, bewegt mich Gut‘s Story mehr. Denn Sie wird-wer weiss- nie mehr Super-G Olympiasiegerin werden, während Ledecka in den Geschichtsbüchern steht.
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  • Kommentar von Raphael Ruch (RR)
    Dieser Super G wird wirklich in die Olympia- resp. Sportgeschichte eingehen! Was für eine Sensation! Solche Momente und diese Emotionen sind einfach fantastisch! Die Reaktionen von Michi Bont und Jan Billeter runden dieses Ereignis zudem noch spitzenmässig ab! Hüere güet!!
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