Von Zickzack-Kursen und Verbindungsproblemen

Wer in Rio von A nach B gelangen will, muss genügend Zeit einberechnen. Das gilt auch für gewisse Internetverbindungen.

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«Bom Diiiiiaaaa!» von freundlichen Volunteers

0:23 min, vom 13.8.2016

«Bom Diiiiiaaaa!» Es kann sich hier also keiner beklagen, dass er im Olympia-Park nicht freundlich begrüsst wird. Die «Volunteers» auf den Hochsitzen schreien ihre Begeisterung ins Mikrofon und erinnern ein wenig an den isländischen Fussball-Kommentator an der EURO. Ekstase und Lebensfreude pur.

Auf direktem Weg geht in Rio nichts.

Bildlegende: Kein Weiterkommen Auf direktem Weg geht in Rio nichts. Getty Images

Nett und freundlich sind sie hier alle. Ausnahmslos. Bei Problemen helfen sie gerne weiter. In portugiesisch, mit Händen und Füssen. Nur Englisch, das ist nicht so ihr Ding. Kein Problem, irgendwie kommt man immer ans Ziel. Im Zickzack-Kurs halt, aber immerhin.

Auf den stehen sie hier total. Der Weg von meiner Unterkunft zum International Broadcast Center IBC ist eigentlich nicht allzu lang. 15 Minuten sollten reichen. Sollten. Tun sie aber nicht. Denn: Die Medien-Busse fahren eine etwas umständliche Route, mehrere Zusatzschlaufen gehören dazu. Immerhin: Wir können das IBC jeden Morgen von allen erdenklichen Seiten bestaunen. Hat ja auch was.

Das International Broadcast Center in Rio.

Bildlegende: Hier wird gearbeitet Das International Broadcast Center in Rio. Getty Images

Vom Busfahrer gibt‘ beim Aussteigen ein Lächeln. Freundlichkeit und Geduld zeichnen die Brasilianer aus.

Letztere verlieren sie auch nicht, wenn man dreimal durch den piepsenden Metalldetektor läuft. ‹Das darf doch nicht wahr sein›, denk ich mir. Gürtel und Ringe habe ich doch extra ausgezogen. Ich bin langsam etwas genervt und werde ungeduldig. Dann, beim vierten Mal, geht mir ein Licht auf. Mein Handy ist noch in meiner Jackentasche. Ich schäme und entschuldige mich. Zum Abschied gibt's vom Security-Mann trotzdem ein freundliches «Bom Dia.»

Dabei hatte mein ganz persönlicher «Dia» nicht so «bom» begonnen. Wie jeden Morgen wollte ich in meinem Apartment die Mails checken und die Tagesplanung in Angriff nehmen. Daran scheitere ich, da: «No Internet Connection». ‹Halb so wild›, denk ich mir, das soll ja bekanntlich vorkommen. Wird dann am Abend schon wieder gehen.

Nun, da hatte ich das Problem wohl unterschätzt. So schnell wird es kaum behoben sein, denn: Die Besitzer haben es versäumt, die Internet-Rechnung zu bezahlen. Shit happens. Oder besser: merda acontece. Geduld ist gefragt. In dieser Hinsicht kann ich von den Brasilianern noch eine Menge lernen.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Olympische Spiele