Wie Swiss Olympic für gesundes Essen kämpft

Mehrere Athleten haben sich in den letzten Tagen über das Essen beklagt. Wir haben mit Kerstin Warnke, Ärztin der Schweizer Delegation, über die Probleme gesprochen.

Ärztin Kerstin Warnke.

Bildlegende: Sorgt sich um das Wohl der Athleten Ärztin Kerstin Warnke. EQ Images

Rund 18'000 Personen müssen im Athletendorf täglich verpflegt werden. Das sind rund 60'000 Mahlzeiten oder umgerechnet 250'000 kg Nahrungsmittel pro Tag. Eine Herkules-Aufgabe, auch logistisch.

«Im Verpflegungszelt gibt es verschiedene Stationen, wo das Essen herausgegeben wird. Das Problem war, dass es zu Beginn keine Beschilderung gab. Sie können sich die Schlangen und das Chaos vorstellen, wenn jeder Athlet zuerst noch herausfinden muss, was er wo essen kann», erklärt Kerstin Warnke.

«  Bei den Schützen ging sogar das Trinkwasser aus. »

Kerstin Warnke

Die Auswahl sei verglichen mit anderen Olympischen Spielen überschaubar. «Bei den meisten Stationen gibt es Reis und Fleisch», erklärt Warnke. Es fehle die Ausgewogenheit. Gemeinsam mit anderen Nationen ist Swiss Olympic deshalb beim Internationalen Olympischen Komitee vorstellig geworden.

Das Olympic Village in Rio.

Bildlegende: Das vorübergehende Zuhause der Athleten Das Olympic Village in Rio. Getty Images

Das Problem ist aber nicht nur die «Dining Hall» im Athletendorf, sondern die Verpflegung bei den Wettkampfstätten selbst. Da kann es schon mal vorkommen, dass keine sportlergerechte Verpflegung möglich ist. «Bei den Schützen ging sogar das Trinkwasser aus», erzählt Warnke.

Mobile Küche soll Abhilfe schaffen

Um diesem Problemen vorzubeugen, hat Swiss Olympic im Athletendorf eine mobile Küche aufgestellt. Dort können die Sportler nach Belieben Pasta essen. «Ausserdem gibt es die Möglichkeit, selbst Sandwiches zuzubereiten und diese an die Wettkämpfe mitzunehmen», erklärt Warnke.

Von gröberen Erkrankungen sind die Athleten bislang verschont geblieben. Der eine oder andere wurde zwar schon von einem Magendarm-Infekt geplagt, Warnke gibt aber Entwarnung: «Es ist zwar häufiger vorgekommen als noch in London oder Peking, aber in den meisten Fällen war es im Vorfeld der Wettkämpfe. Somit konnten wir rechtzeitig reagieren.»

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Olympische Spiele