Segel-Revier in Rio eingeweiht – Dreck bleibt

Die Segel-Wettkampfstätte in Rio de Janeiro ist feierlich eingeweiht worden. Doch die Organisatoren der Olympischen Spiele (5. bis 21. August) mussten zugeben: Das Wasser ist und bleibt verschmutzt.

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Dreckiges Wasser in Rio: Gesundheit der Segler gefährdet?

1:04 min, vom 9.4.2016

Bürgermeister Eduardo Paes gestand bei der Einweihung der neugestalteten Marina da Gloria die Niederlage ein: «Man hat ganz klar verpasst, die Ziele zu erreichen, die man sich vorgenommen hat.»

Wasser eine Zumutung

Im Vorfeld der Spiele investierte Rios Stadtverwaltung und der Staat Rio de Janeiro rund 400 Millionen Franken, um das Wasser zu säubern. Neue Kläranlagen sollen das Abwasser filtern, Barrieren in Flüssen und Kanälen den Müllstrom aufhalten und spezielle Boote die Bucht nach Abfall durchkämmen. Die Massnahmen kommen jedoch zu spät und greifen zu kurz.

«  Leider konnte die Zusage an die Bürger, die Badequalität der Guanabara Bucht wiederherzustellen, nicht eingehalten werden. »

Marco Aurelio
Präsident des brasilianischen Segler-Verbandes

Biologen illustrieren anhand einer Kiste, wieviel Dreck sich in der Guanabara-Bucht tummelt.

Bildlegende: Protest-Aktion Biologen illustrieren anhand einer Kiste, wieviel Dreck sich in der Guanabara-Bucht tummelt. Imago

Auch im August wird die Wettkampfstätte noch voller Dreck sein. Die Bucht ist so stark verschmutzt, dass Hautausschlag droht, hält man sich zu lange im Wasser auf. Die Segler könnten ebenso auf Antibiotika-resistente Krankheitserreger treffen wie auf herumtreibende Fernseher.

Ein schwacher Trost bleibt: Die Massnahmen zur Säuberung der Bucht werden auch nach den Spielen fortgesetzt.