Mélanie und Loïc Meillard: Wie einst die Kostelics?

Eine neue Skisaison bringt in der Regel auch neue Namen mit sich. Ein bisher noch eher unbekannter Name, welchen sich die Zuschauer bald merken sollten, könnte Meillard sein. Und das gleich doppelt.

Was haben Elena Fanchini, Ivica Kostelic und Manuela Mölgg gemeinsam? Richtig, sie alle gehör(t)en zur Weltspitze im Ski-Alpin-Zirkus. Und: Sie alle hatten Geschwister, welche ihre Leistung sogar noch in den Schatten stellten.

Hoffen auf «Walliser Kostelics»

Jahrelange hatten Janica und Ivica Kostelic den Weltcup dominiert. Im kroatischen Geschwisterpaar vereinen sich 4 Siege im Gesamtweltcup, 4 mal Olympisches Gold, 6 mal Silber. Nun hofft auch die Ski-Schweiz auf Ähnliches:

Mit Mélanie und Loïc Meillard gingen 2 Geschwister in Sölden auf Punktejagd. Der knapp 20-jährige Loïc soll dereinst dafür sorgen, dass die Schweiz ihre Krise in der «Problemdisziplin» Riesenslalom vergessen machen kann. Im März 2017 ist es 5 Jahre her, dass Carlo Janka als letzter Schweizer im «Riesen» auf dem Podest stand.

Das Talent dazu hat Meillard, der an der Junioren-WM einen ganzen Medaillensatz eroberte und dafür den Nachwuchspreis der Schweizer Sporthilfe erhielt. Und 18 Jahre Schnee-Erfahrung: «Mit jeweils 2 Jahren wurden wir von den Eltern auf die Ski gestellt», sagt der Walliser lachend.

Gut-Backup gesucht

Bei den Frauen soll derweil Loïcs um 2 Jahre jüngere Schwester Mélanie zu einem sicheren Wert werden. Die Riesenslalom-Gewinnerin der Jugend-Olympiade in Lillehammer könnte das grosse Loch hinter Lara Gut stopfen. Abgesehen von der Tessinerin befindet sich in dieser Disziplin keine Schweizerin in der Nähe der Weltspitze.

Das sagt Loïc über Mélanie:

  • «Bisher war ich immer schneller als meine Schwester. Ich hoffe, ich bin der erste der Familie, der es auf ein Weltcuppodest schafft. Aber wenn sie es ist, wäre ich auch sehr zufrieden.»

Das sagt Mélanie über Loïc:

  • «Wir fahren beide gut, aber mein Bruder ist sicher ein kleines Vorbild für mich. Es ist toll, in Sölden gemeinsam vor Ort zu sein. Wir können gegenseitig unsere Rennen schauen. Das ist cool.»

Sendebezug: Radio SRF 1, Morgengespräch, 21.10.2016, 06:20 Uhr.

Premiere und knappes Aus

In Sölden waren die Geschwister am Wochenende im Einsatz. Mélanie überzeugte als 18. Es waren die ersten WC-Punkte überhaupt. Bruder Loic scheiterte an der Qualifikation für den 2. Lauf – um eine einzige Hundertstelsekunde.