Caviezel: «Bin nicht der Kulisse wegen hier»

Gino Caviezel wird beim WM-Riesenslalom am Freitag der mit Abstand jüngste und unerfahrenste Schweizer Starter sein. Unvergessen ist sein starker Auftritt vor einem Monat in Adelboden. Daraus schöpft er Motivation, um in Schladming ähnliches zu vollbringen.

Gino Caviezel

Bildlegende: Schweizer Youngster Gino Caviezel - ein Mann für die Zukunft Keystone

Das Riesenslalom-Team der Schweizer Männer schaut auf einen völlig verkorksten Winter zurück. Dider Défago ist im Disziplinen-Ranking als 25. noch der beste Swiss-Ski-Athlet. Ihm gelang zum Saisonauftakt mit Rang 5 in Sölden auch das mit Abstand beste Resultat des Teams.

Ein 11. Platz war die zweitbeste Klassierung eines Schweizers, herausgefahren vom erst 20-jährigen Gino Caviezel in Adelboden. Er war der einzige Lichtblick im Berner Oberland, machte im 2. Lauf mit einer angriffigen Fahrt noch 12 Ränge gut. «Adelboden ist mir ziemlich präsent. Ich schaue das Video davon immer wieder gerne an, es motiviert mich», so Caviezel, einer der 4 Schweizer Starter im WM-Riesenslalom.

Das gute Gefühl

Für den Bündner waren es in Adelboden im 9. Weltcup-Einsatz die ersten Punkte. Seine Top-Leistung konnte er kurz danach im Europacup mit einem 3. und 5. Platz bestätigen. Doch just vor der WM in Schladming brachte er in 3 Riesenslaloms auf dieser Stufe kein Ergebnis zustande. Davon lässt sich Caviezel aber nicht beunruhigen.

«Ich habe zuletzt gut trainiert, ich fühle mich sicher. Jetzt gilt es dies ins Rennen am Freitag mitzunehmen», sagt Caviezel selbstbewusst. Sein Ziel sei ein Top-30-Platz nach dem 1. Lauf, «dann bin ich zufrieden und kann im 2. Umgang voll angreifen.»

Adelboden in Schladming

Erste WM-Luft hat der B-Kader-Fahrer beim Team-Event geschnuppert, wo er sein Duell gegen den Kanadier Philipp Brown aber verlor. «Das hat mich schon geärgert», gesteht Caviezel. Doch die Stimmung sei «super» gewesen. Zudem habe er dank dem Einsatz wichtige Erkenntnisse gewonnen: «Ich weiss nun, wie  Schneeverhältnisse und Atmosphäre sind. Es war gut, mal alles gesehen zu haben.»

Vor Adelboben war Schladming für ihn noch weit weg, «ein Traum». Nun ist Caviezel mitten drin im österreichischen Ski-Fest. «Ich bin nicht hier, um die Kulisse und die Stimmung zu geniessen», stellt er klar. Er hoffe auf ein gutes Rennen und freue sich auf die Strecke. «Die Piste, der Hang, alles ist super. Es hat viele Wellen und einen steilen Schlusshang - wie in Adelboden auch.»