Der geplatzte Schweizer Medaillen-Traum

Die Zuversicht im Schweizer Lager wich nach der Entscheidung in der Super-Kombination der Ernüchterung. Die Schweizerinnen konnten nicht in den Medaillenkampf eingreifen.

Video «Super-Kombination Frauen («Schladming aktuell»)» abspielen

Super-Kombination der Frauen

4:46 min, vom 8.2.2013

Für eine weitere Schweizer Medaille nach Lara Guts Silber im Super-G hätte alles zusammenpassen müssen. Dennoch durfte man nach der Abfahrt und Guts 4. Zwischenrang vom Coup träumen.

Gewohnt angriffig zeigte sich Gut im Slalom. Die 21-Jährige setzte alles auf eine Karte, wurde dafür aber nicht belohnt. Mit rund einer halben Sekunde Rückstand auf die spätere Siegern Maria Höfl-Riesch kam sie zur 1. Zwischenzeit und fädelte kurze Zeit später ein. Die Enttäuschung war der dreifachen Weltcupsiegerin ins Gesicht geschrieben. «Es lag nicht daran, dass ich zuviel riskiert hätte», meinte Gut hinterher, «so ein Fehler kann immer passieren.»

Gisin: «Konnte nie richtig angreifen»

Ähnlich frustriert war Dominique Gisin, die am Ende auf Platz 10 landete. «Ich fand im Slalom überhaupt keinen Rhythmus und konnte nie richtig angreifen. Das enttäuscht mich schon», resümierte die Engelbergerin. Die Hypothek, welche sich die 27-Jährige in der Abfahrt eingehandelt hatte, wog schliesslich zu schwer.

Ähnliches trifft auch auf Marianne Kaufmann-Abderhalden zu. Die Toggenburgerin verlor in der Abfahrt zu viel Zeit, welche sie im Slalom nicht mehr gutmachen konnte. «Slalom ist eigentlich die Disziplin, die ich am liebsten mache. Ob es dann auch schnell ist, ist eine andere Sache», nahm es Kaufmann-Abderhalden mit Humor.

Flatscher optimistisch für die Abfahrt

Frauen-Cheftrainer Hans Flatscher machte seinen Fahrerinnen keinen Vorwurf, sondern lobte stattdessen die Konkurrenz. «Die Slalom-Spezialistinnen haben alle konstant ihre Leistungen durchbringen können, das machte es für uns natürlich sehr schwer, in Richtung Medaillen zu kommen», so der Österreicher.

Für die Abfahrt am Sonntag sieht Flatscher hinsichtlich eines Podestplatzes indes gute Perspektiven: «Da sind wir sicher dabei. Es wird wieder hart umkämpft sein, aber wir werden alles geben und dann haben wir sicher das Potenzial.»