Die Suche nach dem Exploit

Das Schweizer Männer-Team hat beim WM-Super-G in Schladming nichts zu verlieren. Nach der historischen Schlappe von Kitzbühel können die Swiss-Ski-Athleten ohne Druck antreten. Gold führt über den Norweger Aksel Svindal.

Carlo Janka weiss, dass der Super-G nicht seine Paradedisziplin ist.

Bildlegende: Kritisch Carlo Janka weiss, dass der Super-G nicht seine Paradedisziplin ist. Keystone

Es war der 25. November 2012, der 1. Super-G des Winters: Patrick Küng klassierte sich nur 8 Monate nach seinem Kreuzbandriss auf Rang 10 und war bester Schweizer. Es blieb bis zur WM die Bestklassierung der Schweizer Männer im Super-G.

Die folgenden 3 Super-G-Rennen brachten nur noch Ernüchterung. Der Tiefpunkt kam in Kitzbühel. Die 7 Schweizer belegten Plätze zwischen Rang 29 und 38. So schlecht war man noch gar nie. Deshalb sagt Chef-Trainer Osi Inglin vor dem WM-Auftakt der Männer: «Wir können nicht davon ausgehen, ganz nach vorne zu fahren. Die Ausgangslage ist klar: Wir benötigen einen Exploit.»

Kein Druck und nichts zu verlieren

Es ist die Hoffnung auf die ganze grosse Überraschung, die das Schweizer Männer-Team antreibt. Denn: «Zu verlieren haben wir gar nichts», sagt Silvan Zurbriggen. Ins gleiche Horn bläst Didier Défago: «Der Druck ist sehr klein, schlimmer kann es nicht mehr kommen.» Auch für SRF-Experte Bernhard Russi ist klar, dass für die Schweizer kein Erfolgsdruck vorhanden sei. «Eine tiefe Startnummer im Super-G wäre sicher ein Vorteil.»

Derweil macht sich Carlo Janka, der 4. Schweizer Starter, anderweitig Hoffnung: «Ich habe an Grossanlässen schon Erfahrungen gesammelt. Das kann mir hier helfen». Aber er sagt auch: «Es ist nicht meine Parade-Disziplin, ich habe noch nie einen Super-G gewonnen.»

Svindal - wer sonst?

Zu den Medaillenkandidaten gehören andere, als Gold-Favorit gilt Aksel Svindal. Der Norweger ist im Super-G der Dominator des Winters: 4 Rennen, 3 Siege und einmal Zweiter. Er ist Olympiasieger und 4-facher Weltmeister, aber WM-Gold im Super-G fehlt noch im Palmarès. Die Rolle als Favorit betrachtet der Norweger als «positiven Stempel. Das gibt zusätzliches Adrenalin.»

Auch für Russi gehört Svindal zu den Top-Favoriten, doch er betont: «Auf diesem Hang weiss man nie, man sah es beim Weltcup-Final im letzten Jahr.» Da der Super-G wohl mehr «drehen» werde als normal, dürfe ein Ted Ligety nicht vergessen werden. «Und die Italiener müssen wir die ganze WM über im Auge behalten.»

TV-Hinweis

TV-Hinweis

SRF-zwei überträgt den WM-Super-G der Herren aus Schladming ab 10.30 Uhr live. Sie können das Rennen auch hier im Livestream mitverfolgen.