Ein bitterer Renntag für die Schweiz

Um nur gerade 4 Hundertstel-Sekunden hat Nadja Kamer WM-Edelmetall verpasst. Mitfavoritin Lara Gut war chancenlos und Dominique Gisin musste nach einem heftigen Sturz für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus.

Nadja Kamer hat es kommen sehen: «Als Höfl-Riesch um 4 Hundertstel schneller ins Ziel kam, dachte ich schon, dass mich dies vom Podest stossen würde», sagte sie im SRF-Interview.

Eine Skilänge fehlte zu Bronze

Die bittere Gewissheit folgte dann mit der Sensations-Fahrt von Marion Rolland. Ein Wimpernschlag fehlte der Schwyzerin zur ersten WM-Medaille. Wie knapp Kamer das Podest verpasst hat, zeigte der direkte Video-Vergleich mit Höfl-Riesch. Erst beim zweitletzten Tor ist die Deutsche vorbeigezogen und hat eine Skilänge Vorsprung ins Ziel gerettet.

Der Schweizer Cheftrainer Hans Flatscher war zwar enttäuscht, mit Kamers Leistung aber trotzdem zufrieden: «Nadja ist technisch noch nicht so ausgereift, dass sie die Konstanz bei jedem Rennen bestätigen kann», sagte Flatscher.

Gut unter den geschlagenen Favoritinnen

Nach ihrem Super-G-Silber nicht um die Medaillen mitfahren konnte Lara Gut. Die Tessinerin war chancenlos gegen die Zeit der besten Fahrerinnen. Fast 2 Sekunden verlor sie auf Weltmeisterin Marion Rolland und 1,2 Sekunden auf Platz 3. Für einmal konnte Lara Gut ihre Nervenstärke bei wichtigen Rennen also nicht ausspielen und gehörte damit zum prominenten Kreis der geschlagenen Favoritinnen.

Kaufmann-Abderhalden chancenlos

Als 20. ins Ziel kam mit Marianne Kaufmann-Abderhalden die letzte Fahrerin aus dem Schweizer Quartett. Nach dem 3. Rang im Abfahrtstraining ist dies sicher eine Enttäuschung für die Rheintalerin.

Gisin schwer gestürzt

Den bitteren Renntag für die Schweizerinnen eingeläutet, hatte Dominique Gisin. Die Engelbergerin stürzte, wurde in die Fangnetze geschleudert und prallte heftig auf der harten Piste auf. Zwar stand sie gleich danach wieder auf und konnte selber ins Ziel fahren, fuhr für medizinische Abklärungen aber doch noch ins Krankenhaus. Nach dem Sturz klagte sie über Schmerzen in der Hand.

Eine knapp verpasste Medaille, eine geschlagene Favoritin und ein heftiger Sturz. Es war ein bitterer Renntag für das Schweizer Abfahrts-Team.