Ein Schritt in die richtige Richtung

Den Schweizern gelang in der WM-Abfahrt zwar nicht der erhoffte Exploit, nach den vielen enttäuschenden Resultaten in diesem Winter aber trotzdem ein grosser Befreiungsschlag. Mit 3 Fahrern in den Top-10 schafften die Schweizer das beste Ergebnis der Saison.

Es war ein Bild mit Seltenheitswert und Symbolcharakter. Nach seiner Zieleinfahrt riss Didier Défago die Hände in die Luft und schrie seine Freude heraus. Noch nie in dieser Saison hat man den Walliser so jubeln gesehen. Der Schrei war nicht nur eine Geste der Freude, sondern auch ein Zeichen der Erleichterung. «Ich hatte schon lange keinen Lauf mehr, wo mein Feeling und die Zeit zusammengepasst haben», sagte Défago im SRF-Interview. Der 8. Platz ist das beste Resultat für den Routinier seit einem Jahr, als er ebenfalls in Schladming 4. wurde.

Küng: «Einer muss Teamstütze werden»

Unmittelbar vor Défago klassierte sich Patrick Küng. Der Glarner musste von allen «Gescholtenen» in dieser Saison bislang noch am wenigsten Kritik einstecken, schliesslich ist er nach seinem Kreuzbanriss erst Ende November in den Weltcup zurückgekehrt. Die negativen Reaktionen sind aber auch am 29-Jährigen nicht spurlos vorbei gegangen. «Es war bis jetzt eine schwierige Saison», sagte Küng. «Wir haben keinen Cuche mehr, der ein fixer Wert war. Einer von uns muss zur Teamstütze werden. Das war heute ein Schritt in die richtige Richtung.»

Zurbriggen: «Seit 10 Tagen ein gutes Gefühl»

Für das beste Resultat sorgte Silvan Zurbriggen als Sechster. Nur um 4 Zehntelssekunden verpasste er die Bronzemedaille. Wie schon im Super-G, wo er aber nachträglich disqualifiziert wurde, war er auch heute der beste Schweizer. «Ich habe seit 10 Tagen gespürt, dass es besser wird und konnte in der Abfahrts-Quali überzeugen. Schön dass es aufgegangen ist», sagte Zurbriggen im Ziel.

Inglin: «Janka fehlt das Rennfieber»

Einziger Wermutstropfen im Schweizer Lager war die Leistung von Carlo Janka. Einmal mehr beging der Bündner zwar keine wirklichen Fehler, kam aber trotzdem mit mehr als 2,5 Sekunden Rückstand ins Ziel. «Ihm fehlt die nötige Rennaggressivität. Daran muss er arbeiten», sagte Cheftrainer Osi Inglin nach dem Rennen.

Trotzdem freute er sich über die geschlossene Schweizer Teamleistung: «Heute brauchte es viel Vertrauen und Risiko. Schön, konnten die Fahrer dies umsetzen. Als Team war das ein starkes Zeichen.»