Ein Spiegelbild der schwachen Schweizer Saison

Im Schatten des 3. Gold-Streichs von Ted Ligety hat sich bei den Schweizer Männern ein weiteres Debakel im Riesenslalom zugetragen. Für einen kleinen Lichtblick sorgte WM-Debütant Gino Caviezel, während die arrivierten Schweizer das Ziel nicht erreichten.

Seit Monaten hinken die Schweizer ihren einstigen Spitzenresultaten im Riesenslalom hinterher. Einen Ausweg aus der Krise fanden Didier Défago und Co. auch im WM-Rennen von Schladming nicht – im Gegenteil.

Défago out, Janka Forfait

Keiner der Routiniers konnte sich im WM-Riesenslalom klassieren. Défago handelte sich in beiden Läufen grosse Rückstände ein und schied im 2. Durchgang nach einem Rutscher aus. Für den Walliser, der die «Riesen»-Saison mit dem starken 5. Rang in Sölden lanciert hatte, waren die Titelkämpfe in der Steiermark damit ein weiterer Rückschlag.

Derweil hatte Carlo Janka den 2. Lauf gar nicht erst in Angriff genommen. Der Bündner, der nach Durchgang 1 mit über 4 Sekunden Rückstand auf Position 27 gelegen hatte, fühlte sich «müde und körperlich kraftlos». Daher verzichtete der Weltmeister von 2009 auf einen Start und wird sich einem Gesundheitscheck unterziehen. Marc Berthod war einmal mehr im 1. Lauf ausgeschieden.

«Ein guter Tag» für Caviezel

Fokus.

Bildlegende: Im Fokus Angesichts der «Riesen»-Misere der arrivierten Schweizer rückte WM-Debütant Gino Caviezel in den Fokus. EQ Images

In die Bresche sprang dafür ein anderer: Gino Caviezel sorgte mit seinem 15. Rang für einen kleinen Lichtblick am düsteren Schweizer Riesenslalom-Himmel. Der 20-jährige Bündner verbesserte sich im 2. Lauf um 3 Positionen und sicherte der Schweiz einen Weltcupranglisten-Punkt.

«Oben bin ich ziemlich verhalten gefahren, dann habe ich im unteren Teil versucht, ein wenig Gas zu geben. Ich muss zufrieden sein damit», befand der WM-Debütant, der als 11. in Adelboden erstmals auf sich aufmerksam gemacht hatte. Im 2. Lauf überzeugte er mit der achtbesten Laufzeit: «Es ist ein guter Tag», befand Caviezel daher. Das trifft aus Schweizer Sicht einzig auf ihn zu.