Genugtuung und Bestätigung zugleich für Höfl-Riesch

Maria Höfl-Riesch hat Überfliegerin Tina Maze bei deren Gold-Jagd vorerst stoppen können. Für die Deutsche ist der Gewinn des Super-Kombination-Titels nach einer schwierigen Zeit eine grosse Genugtuung - und Bestätigung einer ihrer besonderen Qualitäten.

Maria Höfl-Riesch.

Bildlegende: Erleichterung Maria Höfl-Riesch kostet ihren Sieg an der «Flower Ceremony» aus. Keystone

«Eine Skifahrerin wie Maria Höfl-Riesch darf man nie abschreiben», hatte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier nach dem verpatzten Super-G zum WM-Auftakt gesagt. Höfl-Riesch war am Dienstag bereits nach 21 Fahrsekunden ausgeschieden.

Schlechter hätten die Titelkämpfe für Höfl-Riesch nicht beginnen können. Hinzu kam noch vor dem 1. Rennen der öffentlich ausgetragene Zwist zwischen TV-Experte Markus Wasmeier und Marcus Höfl, ihrem Ehemann und Manager. Wasmeier hatte das 2012 erschienene Buch von Höfl-Riesch als «unnötig» betitelt, vor WM-Beginn prognostiziert, dass sie in Schladming «kaum eine Rolle» spielen werde und nach dem Super-G-Aus den Fahrfehler als «blöd» bezeichnet. Dies alles fand Marcus Höfl wenig lustig und schlug verbal («blosser Neid») zurück.

Erleichterung und Sondermotivation

Doch die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver und nun auch zweifache Weltmeisterin blieb ruhig - auch nach einer resultatmässig bescheidenen Saison mit nur 2 Podestplätzen. «Ich habe keine perfekte Saison hinter mir, die letzte Zeit war schwierig für mich», gestand die Partenkirchnerin. Zudem sei sie in den letzten beiden Slaloms ausgeschieden. Und nun Gold. «Es ist der Wahnsinn», entfuhr es ihr im Zielraum.

Von einer Erleichterung sprach sie später an der Medienkonferenz. «Eine Erleichterung vor allem mir selbst gegenüber.» Höfl-Riesch gibt dann aber doch zu, dass die Äusserungen Wasmeiers eine kleine Sondermotivation gewesen seien. «Es tut ganz gut irgendwie.»

Kein mentales Training

Die Comeback-Qualitäten Höfl-Rieschs sind nicht neu. Immer wieder schlug sie nach Enttäuschungen und Rückschlägen zu. Dies hat auch damit zu tun, dass sie sich in allen Disziplinen Chancen ausrechnen kann und somit viele Möglichkeiten zur Wiedergutmachung besitzt. In Schladming hat sie nach dem Super-G die 1. Chance zur Rehabilitation genutzt - auf eindrückliche Weise.

Sie habe, so die 28-Jährige, in letzter Zeit über mentales Training nachgedacht. «Ich wusste, ich kann schnell skifahren, also musste es der Kopf sein. Aber ich wollte nicht mitten in der Saison anfangen mit etwas, das ich noch nie probiert hatte.» Es war die richtige Entscheidung. Und der erneute Beweis ihrer Stehauf-Qualitäten.

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Interview mit Maria Höfl-Riesch

2:14 min, vom 8.2.2013