Ligetys Vorliebe für Flutlicht

Und wieder hat Ted Ligety den meistgenannten Favoriten ein Schnippchen geschlagen. Mit dem 2. WM-Gold avanciert der Amerikaner zum Star der Titelkämpfe, und seine Parade-Disziplin Riesenslalom steht noch an. Am liebsten würde er dieses Rennen unter Flutlicht bestreiten.

Den Gewinn der Gold-Medaille im Super-G zum WM-Auftakt vergangene Woche hatte Ted Ligety als «surreal» betitelt. Denn: Nie zuvor hatte er in dieser Disziplin einen Weltcup-Sieg errungen, ein 2. Platz war das Bestresultat.

5 Tage später ist der Mann aus Salt Lake City Doppelweltmeister von Schladming. Nie zuvor hatte er eine Kombination oder Super-Kombination im Weltcup gewonnen, nie stand er auf dem Podium. Aber - und das ist der grosse Unterschied zum Super-G -  er siegte bei den Olympischen Spielen 2006, notabene nach einem 22. Rang in der Abfahrt. 

Der Riesenslalom unter Flutlicht

Wie in Schladming wurde auch damals in Sestriere ein Nachtrennen ausgetragen. «Es macht einfach riesig Spass und ist eine Super-Erfahrung», sagte Ligety zum Spektakel unter Flutlicht und unterbreitete den Veranstaltern in Schladming sogleich einen Vorschlag: «Der Riesenslalom als Nachtrennen - das wäre eine tolle Sache!»

Nach Riesenslalom-Gold 2011 in Garmisch ist Ligety nun 3-facher Weltmeister. Und seine Titelverteidigung steht erst noch an. Doch der Amerikaner hebt den Mahnfinger: «Seit Adelboden habe ich gerade mal an 2 Tagen Riesenslalom trainiert, ich legte vor allem Wert auf den Speed.» Jetzt müsse er möglichst schnell wieder auf diese Ski stehen, «denn Hirscher und Co. werden mir alles abverlangen».

Vom Spezialisten zum Allrounder

Vor der WM war der Name Ligety bei der Frage nach dem möglichen Superstar der Titelkämpfe zumeist übergangen worden. Doch nun ist er auf dem besten Weg dazu. «Mir ist völlig egal, ob ich jetzt der Superstar der WM bin, ich will nur gut Ski fahren», sagte der 28-Jährige grinsend.

Die beiden Titel in Schladming bedeuten Ligety viel. Dies vor allem deswegen, weil eben das Riesenslalom-Gold nicht darunter ist. «Ich wollte nie nur ein Spezialist für eine Disziplin sein. Mein Ziel war immer, ein guter Allrounder zu werden.» Und wie fühlen sich denn nun 3 WM-Titel in 3 verschiedenen Disziplinen an? «Surreal».