Shiffrin: «Ich realisiere das nicht»

Mit nur 17 Jahren ist Mikaela Shiffrin bereits Slalom-Weltmeisterin. Schwerer als auf der Piste tat sich die Amerikanerin im Realisieren des Triumphes. Bei der Pressekonferenz übernahm ihre Mutter die Rolle der Journalisten.

Das 5. und letzte Frauen-Rennen der WM brachte die 5. Siegerin hervor. Letztmals keine Doppelweltmeisterin hatte es vor 12 Jahren gegeben. Der Slalom in Schladming wird aber vor allem in Erinnerung bleiben, weil er zur Bühne von Mikaela Shiffrin wurde.

Die Amerikanerin machte sich im Alter von 17 Jahren und 340 Tagen zur jüngsten Weltmeisterin seit 1985 und zugleich zur jüngsten Slalom-Goldgewinnerin seit 39 Jahren. 1974 gewann Hanni Wenzel (Lie) mit 17 Jahren und 82 Tagen. Jünger als Shiffrin war auch noch die Britin Esme Mackinnon 1931 bei der 1. WM, als sie im Alter von 17 Jahren und 82 Tagen siegte. 

Mit müden Beinen zum WM-Titel

Shiffrin vollzog den Aufstieg zur Weltspitze im Eilzugstempo. Mit 15 Jahren gab sie ihr Weltcup-Debüt, mit 16 resultierte das 1. Podium - und im Alter von 17 Jahren ist sie 3-fache Weltcup-Siegerin und Weltmeisterin. «Ich habe das noch nicht realisiert und weiss nicht, ob ich es jemals realisieren werde», sagte Shiffrin ungläubig.

Es war ein Kampf auf unterschiedlichen Ebenen. Sie habe sich vor dem Rennen müde gefühlt. «Meine Beine waren im 1. Lauf so schwer, ich konnte mein Potenzial nicht abrufen», so Shiffrin. Sie lag auf Rang 3. Zwischen den Läufen trank sie eine heisse Schokolade und spazierte herum - «meine Muskeln wurden lebendig, der Kopf war bereit. Es ging auf und langsam komme ich an meine Trainingsleistungen heran.» Für den Titel reichte es auch so. Und auf den Tribünen verloren die Eltern den Kampf gegen die Tränen.

Wenn die Mutter zur Journalistin wird

An der Pressekonferenz, der bestbesuchten der WM, parlierte die 17-Jährige locker darauf los, teils minutenlang. Und sogar ihre Mutter Eileen wurde zur Journalistin, stellte eine Frage und musste selbst auch Auskunft geben. Shiffrin sprach über ihr halbes Leben, aber ihre Gefühle nach diesem Titel konnte sich nicht beschreiben. «Ich kann es nicht sagen. Es ist unglaublich. Ich tue einfach, was ich tue.»

Inspiration verliehen Shiffrin 2 grosse Sportler. «Ted Ligety hier zuzuschauen war unglaublich. Das pusht dich enorm», sagte Shiffrin über ihren Landsmann und 3-fachen Weltmeister von Schladming. Aber auch das Comeback von Marlies Schild habe zusätzlich motiviert. «Es ist speziell, mit ihr zu fahren und ich bin froh, dass sie wieder da ist. Sie ist ein Idol von mir.» Aber nun werde sie versuchen, eine bessere Version von sich selbst zu werden.

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WM-Slalom in Schladming: Zusammenfassung

3:19 min, vom 16.2.2013