Svindal zum 2. Mal Abfahrts-Weltmeister

Aksel Svindal hat die schwierige WM-Abfahrt von Schladming überlegen gewonnen. Der norwegische Routinier feierte seinen 2. Titel in der Königsdisziplin vor Dominik Paris und David Poisson. 3 Schweizer fuhren in die Top 10.

«Besser kann ich hier nicht fahren.» Aksel Svindals Kommentar zu seiner weltmeisterlichen Fahrt auf der «Planai» bei Schladming hätte deutlicher nicht sein können.

Der Norweger besiegte seine Konkurrenten auf eindrückliche Weise. Svindal gewann 46 Hundertstel vor Kitzbühel-Sieger Dominik Paris und 0,97 Sekunden vor dem überraschenden David Poisson. Der Franzose, wie Svindal 30 Jahre alt, ist im Weltcup noch nie auf ein Abfahrts-Podest gefahren.

Svindal ganz nahe am Limit

Piste und Verhältnisse in Schladming forderten den Abfahrtscracks alles ab. Bei nebligen Bedingungen waren die zahlreichen Schläge und Wellen auf der «Planai» für die Fahrer kaum zu sehen.

Svindal bewegte sich bei seiner Fahrt ganz nahe am Limit, aber nie darüber. «Mehr Risiko wollte ich hier nicht eingehen. Und im Ziel wusste ich, dass meine Fahrt richtig schnell war», erklärte er ganz in der Manier eines abgebrühten Routiniers. Insbesondere im Zielhang hatte Svindal auf eine absolute «Kampflinie» verzichtet - die Rechnung ging auf.

Svindal holte seine insgesamt 8. WM-Medaille, die 5. goldene. Der Norweger hatte sich bereits 2007 im schwedischen Are als Weltmeister in der Königsdisziplin Abfahrt feiern lassen. Am Mittwoch gewann er in Schladming Bronze im Super-G.

Kröll verpasst das Podest

Beeindruckt war der Weltmeister auch von der Atmosphäre im Zielraum, wo 40'000 Zuschauer vergeblich auf einen einheimischen Sieger hofften. Klaus Kröll, nahe von Schladming aufgewachsen, musste sich mit Rang 4 begnügen. Dem Österreicher fehlten knapp 4 Zehntel zur Medaille.

Das Warten des ÖSV auf das erste Abfahrtsgold seit Michael Walchhofer 2003 geht weiter.

Starkes Schweizer Trio

Die Schweizer vermochten erwartungsgemäss nicht in den Kampf um die Podestplätze einzugreifen. Doch Silvan Zurbriggen, Patrick Küng und Didier Défago sorgten mit den Platzierungen 6-8 für ein starkes Mannschaftsergebnis.

«Das ist ein Schritt in die richtige Richtung», erklärte Küng im Ziel. Der Siebtplatzierte war mit seiner Fahrt und der Teamleistung zufrieden. «Besonders der steile und eisige Zielhang hatte es in sich.» Ausgelassene Freude herrschte im Schweizer Lager jedoch nicht. «An einer WM zählen Medaillen, diese Vorgabe haben wir leider nicht erfüllt», so Küng.

Weniger gut als den anderen drei Schweizern lief es Carlo Janka. Der Bündner verlor über 2,5 Sekunden und klassierte sich auf Platz 19.

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