Cattin: «Ich war nie richtig weg»

11 Jahre nach seinem Abgang ist Stéphane Cattin zurück bei Swiss-Ski. Der einstige Trainer ist zum Alpin-Direktor aufgestiegen, auf dessen Schultern eine immense Verantwortung lastet. Wir stellen den neuen Mann und seine Ideen vor.

Stéphane Cattin zeigt mit dem rechten Zeigefinger Richtung Himmel.

Bildlegende: Es soll wieder aufwärts gehen Auf Stéphane Cattin wartet im Skiverband viel Arbeit. Keystone

Seine Management-Kompetenz, seine fundierten Kenntnisse über das Schweizer System, seine breit gefächerten Erfahrungen und sein grosses Netzwerk: Diese Qualitäten hat die Verbandsführung bei der Ernennung von Stéphane Cattin zum Alpin-Direktor bei Swiss-Ski hervorgestrichen.

Der 47-Jährige tritt kein einfaches Erbe an. Vorgänger Rudi Huber hatte nach nur zwei Saisons kapituliert. Der Österreicher musste zu viel Energie dafür aufwenden, um sich eine breite Akzeptanz zu schaffen.

Stéphane Cattin auf einer Aufnahme von 2002.

Bildlegende: Schon Anfang 2000 bei Swiss-Ski Stéphane Cattin reiste als Frauen-Assistenztrainer an die Winterspiele nach Salt Lake City. Keystone

Rascher Wechsel

Der frühere Erfolgstrainer Cattin wirkte auf allen Kaderstufen, bis 2004 betreute er die Kombigruppe der Schweizerinnen und führte sie an die Weltspitze. Darauf war der Vater zweier Kinder in den Rennsport-Abteilungen der Ski-Firmen Fischer und Stöckli tätig. Nach 5 Jahren als Geschäftsführer eines Werkzeugherstellers kehrte er erst kürzlich in die Ski-Industrie zurück. Für Swiss-Ski gab er diesen Job schnell wieder auf.

In den 6 untenstehenden Sequenzen spricht Cattin über den Reiz und die Tücken seiner neuen Aufgabe, die Erwartungshaltung und Perspektiven.

    • Gab es Leute, die Ihnen vom Job abgeraten haben?

      Solche Einwände blendete der 47-jährige Jurassier aus. Denn er sagt: «Das ist mein Metier, dafür lebe ich. Deshalb bin ich froh, wieder bei Swiss-Ski zu sein.»

      0:27 min vom 14.10.2015

    • Sind Sie der Typ, der Herausforderungen braucht?

      Gemäss seiner Ehefrau: Ja! Und sein Grossvater lehrte ihn einst, wie er die kniffligen Aufgaben anzupacken hat.

      0:27 min vom 14.10.2015

    • Spüren Sie die Spannungen Ihres Vorgängers noch?

      Der Österreicher Rudi Huber beklagte sich über mangelnde Akzeptanz. Dieses Problem hat Cattin nicht, zudem weiss er, «dass die Schweiz kompliziert ist und es Mentalitätsunterschiede gibt».

      0:19 min vom 14.10.2015

    • Wie sehr stehen Sie schon unter Erfolgsdruck?

      Der neue Verantwortliche kann gut mit dieser Last umgehen. «Denn in der Privatwirtschaft ist dies nicht anders, hier stehe ich einfach in der Öffentlichkeit.»

      0:18 min vom 14.10.2015

    • Welches sind die dringendsten Aufgaben?

      Nachdem er sich eingelebt und die Strukturen verinnerlicht hat, will sich Cattin um den Nachwuchs kümmern. Denn momentan herrscht ein Vakuum an talentierten Spitzenfahrern, die nachrücken.

      0:46 min vom 14.10.2015

    • Inwiefern besteht Handlungsbedarf beim Nachwuchs?

      Die Antwort auf diese Frage kennt der neue Alpin-Direktor noch nicht. Immerhin kann er von einer intakten Basis ausgehen.

      0:17 min vom 14.10.2015

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 18.10.2015 18:15 Uhr