Südkoreaner weit im Hintertreffen

Im Super-G von Jeongseon haben die Gastgeber nur einen Fahrer ins Rennen geschickt. Bei seinem Weltcup-Debüt wurde dieser abgeschlagen Letzter. Fis-Präsident Gian Franco Kasper spricht von einer verpassten Chance.

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Ein harziger Einstand für Kim Hyeon-tae

1:47 min, vom 8.2.2016

Es passt ins Bild. Das Skizentrum für die Alpin-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang ist von Null aus dem Boden gestampft worden. Es entstand abseits der Zivilisation als Retortenprojekt.

Im sprichwörtlichen Niemandsland bewegen sich auch die südkoreanischen Rennfahrer. Sie sind dünn gesät und fahren der Konkurrenz weit hinterher.

«  Sie haben ihre Chance nicht gepackt. »

Gian Franco Kasper
Fis-Präsident

Kim Hyeon-tae war im Super-G von Jeongseon der Einzige, der die Farben der Heimnation vertrat. Sein bescheidenes Ziel für den Einstand im Weltcup: Nicht mehr als 5 Sekunden Rückstand auf die Siegerzeit. Der bald 26-Jährige ist klar daran vorbeigeschrammt. Als Letztgestarteter und auch Letztklassierter verlor er 7,17 Sekunden auf Carlo Janka. «Es war trotzdem ein enormes Erlebnis. Für mich ist dies Ansporn, um mich weiter zu verbessern», findet Kim.

Ein Rüffel von oben

Kein Grund zur Euphorie besteht dagegen in den Augen von Fis-Präsident Gian Franco Kasper. Der Funktionär hatte 5 oder 6 Südkoreaner am Start erwartet. «Denn sie hatten nun einige Jahre Zeit, um ein Team aufzubauen. Doch sie haben ihre Chance nicht gepackt», kritisiert der Schweizer. Nun werde es schwierig, in 2 Jahren noch zu den Top-Nationen aufzurücken. «Das mag im Snowboard möglich sein, nicht aber im Alpinsport.»

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 07.02.2016 18:15

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Olympiapiste in Jeongseon – auf Entdeckungsreise

4:03 min, aus sportpanorama vom 7.2.2016

Jung Dong-hyun als «Leader»

Der Südkoreaner mit der grössten Erfahrung ist Technikspezialist Jung Dong-hyun (27). Aus 21 Weltcup-Starts hat er bislang ein gültiges Resultat vorzuweisen: Platz 25 im Slalom vom letzten Winter in Are. Die gleiche Rangierung erreichte er bei seiner 2. WM-Teilnahme im Vorjahr.