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Ski Alpin St. Moritz 1 Jahr vor der WM: Wie weckt man die Begeisterung?

In gut einem Jahr beherbergt St. Moritz zum 5. Mal die Ski-WM. Die Vorbereitungen verlaufen nach Plan, doch die grösste Herausforderung betrifft weder die Organisation noch die Infrastruktur.

Legende: Video Hugo Wetzel: «Lassen die Katze noch nicht aus dem Sack» abspielen. Laufzeit 2:50 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 04.02.2016.

St. Moritz ist erprobt in der Durchführung von Grossanlässen:

  • 1928, 1948: Olympische Winterspiele
  • 1934, 1974, 2003: Ski-Weltmeisterschaften

1948 zählte die Austragung auch als Weltmeisterschaft, weshalb man im kommenden Jahr nun von den 5. Welttitel-Kämpfen in St. Moritz spricht.

Gemäss Hugo Wetzel, Präsident des Ski-WM-Organisationskomitees, befindet man sich mit den Vorbereitungsarbeiten im Zeitplan: «90 Prozent der Infrastruktur ist bereit, 80 Prozent der Organisations-Abläufe können wir am Weltcup-Finale Mitte März testen.»

Die Inszenierung ist die grösste Herausforderung.
Autor: Hugo Wetzel
Legende: Video St. Moritz ein Jahr vor der Ski-WM abspielen. Laufzeit 4:33 Minuten.
Aus sportaktuell vom 04.02.2016.

Es ist aber weder die Infrastruktur noch die Organisation, die Wetzel Kopfzerbrechen bereiten. «Die Inszenierung ist die grösste Herausforderung. Die Begeisterung weckst du nicht einfach so», ist sich der Bündner, der bereits die Ski-WM 2003 organisiert hat, bewusst.

Die Rennen alleine würden nicht reichen, um die Begeisterung zu wecken. Man müsse dem Zuschauer auch sonst praktisch rund um die Uhr Unterhaltung bieten.

Die Schweiz soll als Wintersport-Destination wahrgenommen werden.
Autor: Hugo Wetzel
Ski-Fans im Zielraum von St. Moritz
Legende: «Rennen alleine reichen nicht» WM-Euphorie soll nicht nur auf den Rängen, sondern in der gesamten Schweiz entstehen. EQ Images

Noch will sich Wetzel nicht in sämtliche Karten blicken lassen, wie die Euphorie entfacht werden soll. Punkten will St. Moritz auf jeden Fall mit kurzen Wegen. Sämtliche Athleten würden im Dorf logieren, was zu einem «Schmelztiegel der Nationen» führen werde, wie es Wetzel ausdrückt.

Das sei zu vergleichen mit einem olympischen Dorf, nur viel kleiner. Wetzel ist überzeugt: «Das wird eine super Stimmung geben.» Es würde aber nicht reichen, nur in St. Moritz eine WM-Begeisterung auszulösen. «Wir wollen erreichen, dass die Schweiz als Wintersport-Destination wahrgenommen wird», so Wetzel.

Zahlen zur Ski-WM

  • 06.02 bis 19.02.2017: Dauer der alpinen Ski-WM in St. Moritz.
  • 6: Anzahl Disziplinen, die an der WM ausgetragen werden (Slalom, Riesenslalom, Abfahrt, Super-G, Super-Kombination, Nations Team Event).
  • 12: Millionen Franken wurden in die Erneuerung der Infrastruktur investiert. Bei der letzten Ski-WM in St. Moritz 2003 wurde rund 1 Mia Franken (Pistenbau, Infrastruktur, Nachhaltigkeit) investiert.
  • 45: Grad Gefälle beträgt der Start der Herren-Abfahrt. Bezeichnender Name: «Freier Fall». Die Fahrer werden dabei innert Kürze auf 140 km/h beschleunigt.
  • 600: Erwartete Anzahl an Athleten, aus rund 70 verschiedenen Nationen.
  • 1856: Meter über Meer liegt St. Moritz Dorf.

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell», 04.02.2016, 22:20 Uhr.

6 Kommentare

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  • Kommentar von jean passant, thun
    Begeisterung wofür? Für Kunstschnee, der herangefahren wird? Für ein sehr schwaches Schweizer Team (gilt für die Herren)? Für die Chinesen am Pistenrand, die am kalkulieren sind, ob sie ganz St. Moritz kaufen wollen? Ich hoffe man wacht auf und erkennt nach der WM, dass die OS nicht in die Schweiz geholt werden sollten, die Winterspiele sind definitiv ein Auslaufmodell.
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  • Kommentar von Bruno Janthiang, Banglamung
    Die grösste Herausforderung wird wohl der fehlende Schnee und Temperaturen über Null sein.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Haben Sie das in der Kristallkugel gelesen, dass Sie schon wissen, dass der nächste Winter wieder so mild wird & es wieder keinen Schnee in höheren Lagen geben wird? Könnte ja auch sein, dass nächsten Winter zuviel Schnee die grösste Herausforderung sein könnte. Fakt aber ist, dass wir es nicht wissen, wie der nächste Winter wird. Hoffen wir für diesen tollen Sport, dass es ein guter wird.
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    2. Antwort von Hans Valer, Luzein
      Wie dem auch sei: keine andere Destination ist so gut wie St. Moritz auf Wetterkapriolen gewappnet. Dies dürfte einer der Hauptgründe für die Vergabe an St.Moritz sein!
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  • Kommentar von Urs Dupont, Thalwil
    Schon wieder eine Saison wo vernünftige Wintersportler es vermeiden werden, St. Moritz zu berücksichtigen. Naja, es gibt ja noch genügend andere Orte, die nicht diesem Big Business Antisport Schwachsinn frönen.
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    1. Antwort von Jaro Bels, 8004 Zürich
      Aha, Schwachsinn. Schon was gehört von Image und Imagepflege? Die "Vernünftigen" aus der ganzen Welt fahren wahrscheinlich alle in den nächsten 100 Jahren nach Andermatt, dort plant Hr. Sawiris (noch) nicht Olympische Winterspiele zu veranstalten. St. Moritz ist doch auch nur durch die Bündner Nusstorte bekannt geworden.
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