Die Krönung zweier bemerkenswerter Saisons

Weltmeisterin und Vize-Weltmeisterin – wie muss sich das für Wendy Holdener und Michelle Gisin anhören. Die Schweizerinnen sorgten in St. Moritz für einen Erfolg von historischem Ausmass.

  • Holdener und Gisin sorgen für den ersten Schweizer WM-Doppelsieg seit 30 Jahren
  • Beide haben in Kombinationen schon zuvor überzeugt
  • Mit erst 23 Jahren gehört die Zukunft ihnen

Nach dem Herzschlagfinale liess sich die frisch gebackene Kombi-Weltmeisterin von den tausenden Schweizer Fans im Stadion von St. Moritz feiern. Einzig der Jubel mit Michelle Gisin sei noch steigerungsfähig, hielt Wendy Holdener nach einer langen Umarmung lachend fest: «Ich bin nicht so geschmeidig gesprungen.»

Die Schweizerinnen sorgten in der alpinen Kombination im dritten WM-Rennen für ein Glanzresultat, überzeugte doch auch Denise Feierabend als Vierte. Einzig die schwere Knieverletzung von Lara Gut trübte die Stimmung.

Michelle Gisin hebt Wendy Holdener hoch.

Bildlegende: Gelöster Jubel Michelle Gisin hebt Wendy Holdener hoch. Keystone

Das Ergebnis hat historisches Ausmass: Einen Schweizer WM-Doppelerfolg hatte es letztmals vor 30 Jahren gegeben – ebenfalls an der Heim-WM in Crans-Montana gewann Maria Walliser die Abfahrt vor Michela Figini.

Holdener löst Versprechen 6 Jahre später ein

Holdener und Gisin belohnten sich mit Gold und Silber an der Heim-WM beide für Saisons, in denen sie auf verschiedene Arten den Durchbruch geschafft hatten. Holdener fuhr diesen Winter in 6 von 7 Spezial-Slaloms aufs Podest; auf einen Sieg wartet sie bislang vergebens.

Die 23-jährige Schwyzerin, die schon 2011 an der Junioren-WM in Crans-Montana Gold in der Kombi geholt hatte, hält bei zwei Weltcup-Siegen. Ihren 2. Erfolg auf höchster Stufe (nach einem Sieg im Cityevent in Stockholm) hatte sie im März 2016 in Lenzerheide in der Kombi gefeiert und sich damit die kleine Kugel als beste Kombiniererin gesichert.

Gisin lässt die Speed-Gene aufblitzen

Gisin schaffte ihrerseits im WM-Winter den Aufstieg von der Slalomspezialistin zur Allrounderin. In ihrer 1. Weltcup-Abfahrt Mitte Dezember in Val d’Isère fuhr die ebenfalls 23-jährige Engelbergerin sensationell auf Rang 7, nachdem sie tags zuvor gleichenorts als Kombi-Zweite zum bislang ersten und einzigen Mal auf ein Weltcup-Podest gefahren war.

Nun vergoldeten respektive versilberten die beiden jungen Schweizerinnen ihre bisherigen Karrieren – und lassen zugleich für die Zukunft hoffen.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 10.2.2017, 09:30 Uhr