Holdeners Silber – ein Spiegelbild der Saison

Wendy Holdener ist zur erfolgreichsten Schweizer Figur an dieser WM avanciert. Nach Gold in der Kombination holte sie im Slalom Silber. Es ist der verdiente Lohn für eine phänomenale Saison.

Wendy Holdener strahlt an der Flower Ceremony.

Bildlegende: Verdienter Lohn Wendy Holdener strahlt an der Flower Ceremony. Keystone

  • Holdener holt als erste Schweizerin seit 20 Jahren eine WM-Medaille im Slalom
  • Nach Lara Guts Ausfall wuchs der Druck – Holdener fand das richtige Rezept
  • Ein neues Ziel hat die Schwyzerin schon im Zielraum

2., 3., 3., 3., Ausfall, 2., 3. – so lauteten Wendy Holdeners Weltcup-Ergebnisse in dieser Slalom-Saison. Und die 23-Jährige hielt dem Druck auch an der WM stand. Nach Rang 2 bei Halbzeit musste sich die Schwyzerin im finalen Slalom-Lauf einmal mehr nur Ausnahmekönnerin Mikaela Shiffrin geschlagen geben.

«  Holdener ist bei den ganz Grossen angekommen. »

Hans Flatscher

Es ist angesichts der Ergebnisse des WM-Winters mehr als verdient, dass sich Holdener in St. Moritz in ihrer Paradedisziplin eine Medaille sicherte. Die Schweizerin beendete damit eine 20-jährige Durststrecke: 1997 hatte Karin Roten mit Bronze in Sestriere als letzte Schweizerin eine WM-Medaille im Slalom gewinnen können.

Dem Druck eindrücklich Stand gehalten

Holdener ist mit Gold und Silber zur erfolgreichsten Schweizer Athletin im Oberengadin avanciert. «Es ist schön, dass ich zu Hause so eine gute WM hatte», freute sich die überglückliche Silbergewinnerin im Interview.

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Holdener: «Es ist einfach so schön»

1:16 min, vom 18.2.2017

Die 23-Jährige hat es meisterlich verstanden, dem Druck standzuhalten. Nach dem Ausfall von Lara Gut wuchsen die Erwartungen an Holdener noch einmal an. Frauen-Cheftrainer Hans Flatscher äusserte seinen «riesigen Respekt», wie seine Fahrerin damit umgegangen sei. «Sie ist bei den ganz Grossen angekommen.»

Näher an Shiffrin ran

Holdener hat es verstanden, ihre Energie einzuteilen. Nach WM-Gold in der Kombination am Freitag der letzten Woche war sie zwischenzeitlich heimgereist und auch nach Rang 4 im Teamevent am Dienstag schottete sie sich wieder ab. Diese Fokussierung hat sich ausbezahlt.

Und Holdener hat schon das nächste Ziel im Blick: «Es ist klar, dass ich Shiffrin näher kommen will.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 18.02.2017, 12:30 Uhr