Rückblick WM 1974: Eine Schlange, eine Spionin und ein Pionier

Zum 5. Mal findet in St. Moritz eine alpine Ski-WM statt. In einer Serie blicken wird auf besondere Geschichten früherer Austragungen zurück. In diesem Artikel: Die WM 1974.

    • 1.
      Die Schlange
      Die WM-Abfahrt 1974 wird entscheidend von der Maloja-Schlange beeinflusst. Kein schuppiges Reptil, sondern vielmehr eine aus dem Bergell bis nach St. Moritz reichende Wolkenformation lässt die Abfahrt um eine Woche später stattfinden. Das schadet den Favoriten: Lebemann Roland Collombin nutzt die Wartezeit fürs St. Moritzer Nachtleben und scheidet aus. Bernhard Russi wird nur 13. Der Weltmeistertitel geht an den Österreicher David Zwilling – welcher am Tag danach Silber im Slalom holt, aber nie wieder ein Weltcuprennen gewinnt.
      Bernhard Russi und Roland Collombin.

      Bildlegende: Geschlagen Bernhard Russi (l.) und Roland Collombin scheitern in der Abfahrt. Keystone

    • 2.
      Die Spionin
      Die Schweiz schrammt knapp am Super-GAU vorbei. Nur die 18-jährige Lise-Marie Morerod kann mit Slalom-Bronze den vollständigen Ausfall von Schweizer Edelmetall verhindern. Grosse Namen wie Bernhard Russi oder Marie-Theres Nadig scheitern. Dennoch wird die WM von einer Fahrerin aus der Schweizer Trainingsgruppe geprägt: Die Liechtensteinerin Hanni Wenzel holt Gold und Silber. Zusammen mit Landsmann Willi Frommelt (Bronze in der Abfahrt) macht sie das kleine Fürstentum ganz gross.
      Hanni Wenzel 1974.

      Bildlegende: Mittendrin statt nur dabei Hanni Wenzel erobert für Liechtenstein Gold und Silber. Keystone

    • 3.
      Der Pionier
      Zum grossen Star der WM 1974 avanciert Gustav Thöni. Der Südtiroler holt sich sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom Gold und lässt Hansi Hinterseer bzw. David Zwilling hinter sich. Zu seinen zahlreichen Erfolgen rast Thöni durch die ihm eigene Umsteigetechnik, mit welcher er die Tore höher anfahren kann und seine Konkurrenten Mal um Mal stehen lässt.
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      Thöni holt Slalom-Gold

      0:20 min, vom 16.1.2017