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Vail 2015 Ligety krönt sich zum Riesenslalom-König

Der Amerikaner Ted Ligety hat den WM-Riesenslalom in Vail/Beaver Creek in überlegener Manier gewonnen und sich mit seinem 3. WM-Titel in Serie in die Geschichtsbücher eingetragen. Silber sicherte sich Marcel Hirscher, Bronze ging an Alexis Pinturault. Carlo Janka verpasste die Top 10 knapp.

Ted Ligety hat auf der «Birds of Prey»-Piste eindrücklich gezeigt, dass er im Riesenslalom das Mass aller Dinge ist. Mit einem exzellenten 2. Lauf katapultierte sich der 30-jährige Amerikaner an die Spitze und sollte nicht mehr von dort verdrängt werden.

Ligety, der bei Halbzeit noch auf Rang 5 gelegen hatte, sorgte damit nicht nur für das erste Gold des US-Skiteams an der Heim-WM, sondern er trug sich mit seinem 3. WM-Titel im Riesenslalom in Serie auch in die Geschichtsbücher ein. Zuvor war dies erst dem Schweden Ingemar Stenmark im Slalom (1978, 1980, 1982) sowie dem Norweger Kjetil André Aamodt in der Super-Kombination (1997, 1999, 2001) gelungen.

«Nach einer Saison mit einigen Schwierigkeiten ist es umso schöner, hier ganz oben zu stehen. Vor allem vor den Augen meiner Familie und dem heimischen Publikum. Dieser Titel ist grossartig», sagte ein strahlender Ligety kurz nach seinem Triumph.

Hirscher muss sich geschlagen geben

Marcel Hirscher, der in dieser Saison 4 von 5 Riesenslaloms gewonnen hatte und den 2. Lauf als Führender in Angriff nahm, konnte sein dünnes Polster von 0,24 Sekunden nicht verwalten. Am Ende summierte sich sein Rückstand auf fast eine halbe Sekunde, womit sich der Österreicher nach Gold in der Super-Kombi und Gold im Team-Event mit Silber begnügen musste. Bronze ging an den Franzosen Alexis Pinturault, der seinen Platz aus dem 1. Durchgang verteidigen konnte.

Legende: Video Carlo Janka verbessert sich auf Rang 11 abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Vom 13.02.2015.

Janka knapp an Top Ten vorbei

Carlo Janka, dem aus Schweizer Sicht am ehesten ein Exploit zugetraut worden war, belegte als bester seines Teams den 11. Rang, nachdem er bei Halbzeit 14. war. Dem Riesenslalom-Weltmeister von 2009 gelang zwar nicht die benötigte «Bombe», von der er nach dem 1. Lauf gesprochen hatte, dennoch kann der Obersaxer in Anbetracht seiner bisherigen Saisonresultate zufrieden sein. «Ich habe immer wieder Fehler drin, die mich viel Zeit kosten. Das war leider schon den ganzen Winter so», konstatierte Janka.

Caviezel, Zurbriggen und Murisier bezahlen Lehrgeld

Die übrigen Schweizer zerrissen erwartungsgemäss keine grossen Stricke. Die Distanz zu einem Top-15-Platz, der zu einer Verbesserung in der Startliste für den Weltcup beigetragen hätte, war allerdings beträchtlich. Gino Caviezel, der mit einer fehlerhaften Fahrt im 1. Lauf als 19. bereits eine Hypothek von gut 2 Sekunden aufwies, gelang in der Entscheidung zwar eine sauberere Fahrt, dennoch fiel der 22-jährige Bündner auf Rang 25 zurück.

«Ich bin sehr enttäuscht, das Rennen wäre eine grosse Chance für mich gewesen. Aber ich kam nie richtig ins Fahren und habe den Speed nicht auf den Ski gebracht», sagte Caviezel im Zielraum. Auch Elia Zurbriggen und Justin Murisier hatten sich bereits bei Halbzeit grosse Rückstände eingehandelt und belegten am Ende mit über vier Sekunden Rückstand die Plätze 27 und 30.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 13.02.2015, 21:45 Uhr

17 Kommentare

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  • Kommentar von René, St.Gallen
    @Heinz Kritiken wird's immer geben. Oft mangelt es aber an der Sachlichkeit. Sie erwähnen in Deutschland & Österreich würden solche Fahrer nicht selektioniert. Murisier&Zurbriggen = 1x12&1x13. Herr Heinz, die Realität sieht anders aus. Für Austria am Start: Nösig&Schörghofer(beide ca. 30j.)=beide ohne Top15-Resultat in dieser Saison. Im heutigen Slalom: Michael Matt mit einzigem Ergebnis, wurde 16. Philipp Schmid (GER) mit einzigem Ergebnis, wurde 14.
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  • Kommentar von Heinz M., Tösstal
    @Franziska Walther: Klar dürfen Skirennfahrer auch Menschen sein. Aber man sollte dabei nicht vergessen, wieviel Geld mittlerweile auch im alpinen Skisport im Spie ist, auch für die Nachwuchsförderung! Und dann der ganze Medienzirkus mit Werbung oben, unten, links und rechts. In einem solchen Umfeld werden an Weltmeisterschaften nur noch die Top-Plätze erwartet! Skifahrer werden nicht mehr und nicht weniger kritisiert als bei alle andern Sportarten, wo viel Geld im Spiel ist (siehe Fussball).
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  • Kommentar von Daniele, Obergösgen
    Auf dem Niveau von unseren sind etwa 40 andere Athleten auf dieser Welt und die haben nicht die Bedingungen wie unsere Athleten, Infrastruktur, Berge und Finanzen. Vor etwa 10 Jahren hat SSV über 30 Millionen geschenkt bekommen für die Förderung der Jugend, und dann dies schäbiges Resultat. Man sollte gewissen Athleten mit dem Rauswurf drohen wie das andere Länder machen, doch wir haben unsere Athleten haben eine Soziale Hängematte, oder einen berühmten Papa der es Richtet, Vetterliwirtschaft!
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    1. Antwort von Heinz M., Tösstal
      Ja, weitgehend einverstanden. Aber man sollte jetzt nicht nur die Fahrer in die Pflicht nehmen, sondern auch den ganzen Trainerstab samt seinem obersten Chef. Für mich z.B. völlig unverständlich, dass man einen Marc Berthod, der jahrelang der Konkurrenz hinterher gefahren ist, noch bis in dieses Saison hinein immer im Kader behalten hat. Andernorts wäre er längst zugunsten des Nachwuchses aussortiert worden.
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