WM 1989: Rudi Nierlich – der angriffige Schweiger

In Interviews wirkte Rudi Nierlich schüchtern, auf der Piste aber brillierte er dank seines riskanten Fahrstils. Sein Palmarès würde gewiss noch mehr als 8 Weltcupsiege und 3-WM-Titel aufweisen, wäre der Österreicher nicht bereits mit 25 Jahren bei einem Verkehrsunfall verstorben.

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Nierlich gewinnt in Vail doppeltes WM-Gold

2:12 min, vom 14.1.2015

Schon an der Junioren-WM 1984 hatte Nierlich just vor Helmut Mayer den Riesenslalom gewonnen. Damals betrug sein Vorsprung gar über 3 Sekunden, doch auch in Vail knüpfte er seinem Landsmann noch 1,62 Sekunden ab. Beflügelt vom Gold im Riesenslalom gewann er 1989 auch noch den WM-Slalom.

Dass sich seine Junioren-Erfolge im Weltcup nahtlos fortsetzten, verdankte Nierlich einem riskanten, aber fortschrittlichen Fahrstil. Noch ohne stark taillierte Skier, zeigte er bereits Ansätze der Carving-Technik. Weniger offensiv trat der Skifahrer gegenüber den Medien auf. Sein Spruch «Wenn es läuft, dann läuft es» erlangte jedoch geradezu Kultstatus.

1991 wurde der Ausnahmekönner jäh aus dem Leben gerissen. Bei starkem Regenfall prallte er mit seinem Auto gegen eine Hauswand und brach sich das Genick. Wenige Wochen zuvor hatte Nierlich in Saalbach im Riesenslalom sein 3. WM-Gold erobert.

Schlagzeilen der WM

Schlagzeilen der WM

Die 30. Alpinen Weltmeisterschaften fanden 1989 erstmals in Vail statt. Wir blicken in 4 Geschichten, die damals für Schlagzeilen sorgten, zurück.