Eiskalt zum Sieg: Shiffrin wieder überragend

Mikaela Shiffrin hat mit einem Vorsprung von über 2 Sekunden den letzten Weltcup-Slalom der Saison gewonnen. Wendy Holdener rutschte im 2. Durchgang noch um einen entscheidenden Rang auf Platz 4 ab.

Die Dominatorin

  • 1. Mikaela Shiffrin (USA)

Die kleine Kristallkugel für die Slalom-Wertung hat sie nicht gewonnen – weil sie zwei Monate verletzungsbedingt fehlte. Doch die 21-jährige Amerikanerin zeigte in St. Moritz, dass sie mit grossem Abstand die beste Stangenfahrerin der Gegenwart ist. Zwei Läufe, zwei Bestzeiten, ein Vorsprung von 2,03 Sekunden und mehr. Es war ihr 5. Saisonsieg, ihr 20. insgesamt.

Shiffrin liess sich auch von einer Wartezeit vor ihrem 2. Lauf nicht irritieren, als die vor ihr gestartete Nastasia Noens (Fr) nach einem Sturz auf der Piste gepflegt werden musste. Vielmehr legte sie sich im Starthaus in den Schnee, um die Konzentration aufrecht zu erhalten.

Das weitere Podest

  • 2. Veronika Velez Zuzulova (Slk), + 2,03
  • 3. Frida Hansdotter (Sd), + 2,31

Velez Zuzulova stiess im Finaldurchgang mit zweitbester Laufzeit um 3 Plätze vor. Hansdotter, die regelmässigste Podestfahrerin der Saison, hatte sich die kleine Kugel schon vor dem Rennen in St. Moritz gesichert.

Die Schweizerinnen

  • 4. Wendy Holdener, + 2,66
  • out: Michelle Gisin

Holdener verpasste ihren 6. Podestplatz des Winters nur um 35 Hundertstel. Die Schwyzerin, die einen traumhaften Frühling hinter sich hat (zwei Siege, zwei 2. Plätze in 20 Tagen), beklagte in beiden Läufen kleine Fehler und kam nach eigener Aussage «nie ins Fahren». Der 4. Rang reichte aber zur Verteidigung ihres 3. Platzes in der Disziplinenwertung.

Ein kleines Drama spielte sich um Gisin ab. Die Engelbergerin war im 1. Durchgang auf gutem Weg, als sie nach einer Vertikale ein Tor auf der falschen Seite passierte. Obwohl sie längst nicht die Erste mit einem solchen «Fahrfehler» war, ging ihr das Out vor Heimpublikum nahe.

Die Stimmen

Wendy Holdener: «Ich hatte heute kein gutes Gefühl auf den Ski und musste bis ins Ziel extrem kämpfen. Wegen meines 3. Platzes in der Disziplinenwertung war ich etwas nervös. Ich weiss, dass ich auf diesem Niveau fahren kann. Es liegt sogar noch mehr drin.»

Mikaela Shiffrin: «Die grösste Herausforderung war das Mentale zwischen den Läufen. Alle zwei Minuten dachte ich: 'Was, wenn ich es nicht schaffe?' Sobald ich aber auf der Piste war, fühlte ich mich gut. Warum ich mich vor dem 2. Lauf hinlegte? Solche Nickerchen sind meine Art.»

Frida Hansdotter: «Die kleine Kugel bedeutet mir sehr viel. Das war mein Traum, seit ich ein kleines Mädchen war und Pernilla Wiberg die Kugel gewinnen sah. Der Hügel und die Atmosphäre in St. Moritz gefallen mir. Ich freue mich auf die WM.»

Michelle Gisin: «Der Fehler ist mir ein wenig peinlich. Das darf mir nicht passieren. Eigentlich habe ich gut besichtigt. Das ist extrem enttäuschend. Offenbar war es für mich eine Saison des Lernens, in der ich Fehler abhake, die ich in Zukunft hoffentlich nicht mehr mache.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 19.3.16, 08:15 / 10:50 Uhr

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