Fenninger nach erneuter Eskalation: «Habe diese Lügen satt!»

Der Konflikt zwischen Anna Fenninger und dem Österreichischen Skiverband ÖSV ist nach einer ersten Versöhnung vor wenigen Tagen erneut eskaliert. Die Gesamt-Weltcupsiegerin wendet sich nun mit scharfen Worten an die Öffentlichkeit.

Anna Fenninger und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.

Bildlegende: Ein Bild aus «glücklicheren» Zeiten Anna Fenninger und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Keystone

Werbeanzeigen des Automobilherstellers Mercedes mit Anna Fenninger sorgen für neuerlichen Ärger. Der Autohersteller kündigte am Dienstagabend deswegen an, bereits gebuchte Werbeflächen zu stornieren, sofern das noch möglich sei. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hatte dies gefordert und andernfalls mit Konsequenzen gedroht. Er werde «selbstverständlich eingreifen», sagte Schröcksnadel am Dienstag. Sponsor des ÖSV ist Audi, laut Konkurrenzklausel ist eine Kooperation dieser Art für Fenninger nicht möglich.

«  Ich bin müde und kann nicht mehr »

Anna Fenninger

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum zeigte sich in einem Radio-Interview bei Ö3 «bitter enttäuscht. Im Fussball würde man das ein schweres Foul oder Verhöhnung des Gegners nennen. Nach unserem guten Gespräch ist mir das völlig unverständlich.» Er empfinde das als «Provokation. Auch gegenüber den anderen Athleten, die unsere Sponsoren brauchen». Dies sei «unverantwortlich», kritisierte Pum Fenninger ungewohnt hart.

Anna Fenninger mit einem «verbandsfremden» Sponsor.

Bildlegende: Die Werbe-Kampagne, die für Wirbel sorgt Anna Fenninger mit einem «verbandsfremden» Sponsor. Keystone

Fenninger hingegen liess verlauten, dass die Mercedes-Kampagne ausschliesslich im Zusammenhang mit ihrem sozialem Engagement für Laureus und ihrer Rolle als Botschafterin für den Cheetah Conservation Fund (CCF) zu sehen sei. Der ÖSV sei darüber informiert gewesen.

Angriff gegen Schröcksnadel

Auf ihrem persönlichen Facebook-Account wandte sich die Olympiasiegerin mit scharfen Worten an ihre Fans. Darin griff sie Schröcksnadel an. «Es müssen alle nach der Pfeife von nur einem Einzigen tanzen», so Fenninger. Sie fühle sich «jahrelang hintergangen», die Wertschätzung des ÖSV für Frauen erinnere an frühere Zeiten. «Meine Meinung zählt nicht - mir wird sowieso das Wort im Mund umgedreht», schrieb Fenninger.

«Leider können mit der Wahrheit manche nicht umgehen. Sie tun alles, um mich fertig zu machen, und sind auf dem besten Weg dazu.» Sie schliesst ihren Post mit den Worten: «Ich bin müde und kann nicht mehr. Ich habe all diese Lügen satt!». Hier können Sie den ganzen Eintrag lesen:

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 11.6.15, 18:00 Uhr