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Weltcup Frauen Lara Gut: Die Chance gepackt

Bei ihrem ersten Abfahrtssieg im Weltcup hat Lara Gut die Gunst der Stunde genutzt. Der Schweizerin kam in Val d'Isère entgegen, dass tiefe Startnummern im Vorteil waren. Zudem konnte der flache Startteil, auf dem sie im Training viel Zeit verlor, nicht befahren werden.

Legende: Video Interview mit Lara Gut abspielen. Laufzeit 3:17 Minuten.
Vom 14.12.2012.

Vor der Abfahrt in Val d'Isère wagte Lara Gut auf Twitter eine Prognose: «Im Training startete ich mit der Nummer 22 und wurde 22. Im Rennen habe ich die 2... Bin gespannt, auf welcher Position ich lande.» Es wurde im Rennen dann nicht Platz 2, sondern sogar der Sieg. Es ist ihr erster überhaupt in einer Weltcup-Abfahrt.

Tiefe Nummern im Vorteil

Die 21-jährige Tessinerin profitierte einerseits von ihrer tiefen Startnummer: Von den Fahrerinnen, die nach der 15 starteten, klassierten sich nur die Amerikanerinnen Julia Mancuso (6.) und Stacey Cook (9.) in den Top Ten. «Es ist immer gut, eine tiefe Startnummer zu haben», so Gut im Interview. «Der Nachteil aber ist, dass man lange warten und hoffen muss, dass alle langsamer sind.»

Auch Tina Weirather (Startnummer 18) beklagte sich auf Twitter über die Bedingungen im französischen Skiresort. Die Liechtensteinerin, die in den Trainings einen bestechenden Eindruck hinterlassen hatte, beendete das Rennen mit 1,53 Sekunden Rückstand an 18. Stelle. Sie monierte, dass diesmal mit einer Startnummer über 10 nichts zu holen gewesen sei: «Wir waren chancenlos.»

Kein Flachstück

Andererseits kam der nunmehr dreifachen Weltcup-Siegerin Gut zugute, dass der oberste Streckenteil aufgrund schlechter Witterung nicht befahren werden konnte. Während den flachen ersten 30 Fahrsekunden hatte Gut in den Trainings jeweils viel Zeit verloren. «Vor 2 Jahren fuhr ich auch mit diesem Startteil auf das Podest», relativierte Gut, «doch mit den weichen Bedingungen hatte ich diesmal Mühe.»

«Noch eine Stunde feiern»

Die weichen Verhältnisse waren auch der Grund, warum Gut den Sieg nicht erwartet hatte: «In St. Anton oder Lenzerheide hätte ich mir bessere Chancen ausgerechnet, denn dort ist es steiler. Doch langsam lerne ich, auch bei anderen Verhältnissen schnell zu fahren.» Sie werde jetzt noch eine Stunde feiern und geniessen, bekräftigte Gut: «Doch dann beginne ich bereits wieder mit dem Training für den Super-G vom Samstag.»