Adelboden-Sieger Gross: «Das war das Sahnehäubchen»

Stefano Gross hat in Adelboden etwas überraschend seinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Nach drei Jahren ohne Podestplatz brachte es der 28-Jährige fertig, «König» Marcel Hirscher vom Thron zu stossen. Der Weg dahin war steinig.

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Zusammenfassung Slalom in Adelboden

4:26 min, aus sportpanorama vom 11.1.2015

Die 10‘000 Zuschauer im Zielraum erlebten einen Slalom-Finish, der wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Stefano Gross verhinderte den 4. Sieg von Marcel Hirscher in Folge und auch die Siegpremiere von Fritz Dopfer, dem er im 2. Lauf rund eine Sekunde abnahm. Entsprechend ausgelassen fiel sein Jubel aus.

In der Stunde des ersehnten ersten Weltcup-Triumphes dachte der 28-Jährige aus Bozen jedoch auch an die schwierigen letzten Jahre zurück. «Ich habe lange auf diesen Moment gewartet. Das ist nun das Sahnehäubchen auf der Torte», erklärte Gross. Nach der tollen Saison im Jahr 2012 hatte er mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Sein Vater erlitt vor einem Jahr einen Schlaganfall. Immer wieder plagten ihn Rückenprobleme. Gross gab auch nach dem mässigen Auftakt in Levi (21.) nicht auf.

Schritt für Schritt zum ersten Triumph

Er steigerte sich im Verlaufe dieser Saison kontinuierlich. Auf den 12. Rang in Are folgte ein 11. Platz in Madonna di Campiglio. Als Siebter kam Gross in Zagreb dem Podest schon näher. Dass in Adelboden alles aufging, ist kein Zufall. Seinen ersten von nunmehr 4 Podestplätzen fuhr Gross 2012 am «Chuenisbärgli» heraus, er wurde hinter Ivica Kostelic und Sieger Hirscher Dritter.

In jenem Jahr holte er zudem in Schladming einen 2. Platz, in Bansko wurde er Dritter. Den grossen Tag, der gemäss Gross «eine ganze Karriere verändert» sollte noch kommen.

Lob von Hirscher und Anerkennung von Dopfer

Seine um Wimpernschläge düpierten Konkurrenten freuten sich mit Gross mit. Der um 3 Hundertstel geschlagene Marcel Hirscher zeigte trotz dem verpassten 6. Sieg in Adelboden Grösse. «Er ist ein sehr netter Typ, sieht gut aus und ist ein guter Skifahrer», beschrieb er den Tagessieger. Es sei sehr beeindruckend, wie die Italiener nach dem ersten Saisonrennen reagiert hätten.

Auch Fritz Dopfer, der den scheinbar sicher geglaubten 1. Weltcupsieg um 2 Hundertstel verpasst hatte, gönnte Gross den Moment: «An Olympia waren wir beide auf Platz 4 und 5. Heute haben wir den Spiess umgedreht.»

Nur 5 Hundertstel fehlten Gross in Sotschi zur Bronzemedaille. Er musste sich mit Rang 4 begnügen. Der Sieg in Adelboden dürfte auch für dies entschädigen.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 11.01.15 09:45/13:00 Uhr

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Interview mit Stefano Gross

1:03 min, vom 11.1.2015

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2. Lauf von Stefano Gross

1:17 min, vom 11.1.2015