Beat Feuz: «So muss man ein geduldiger Mensch werden»

Der neue Weltcup-Winter steht vor der Tür. Einmal mehr nur in Warteposition befindet sich Beat Feuz, der wohl erst im nächsten Jahr wieder Rennen fahren kann. Als Gast im «sportpanorama» sprach er über seine Situation und die Vorfreude auf seine Rückkehr am Lauberhorn.

Beat Feuz hat es wieder einmal erwischt. Seine unglaubliche Verletzungsgeschichte ist um ein Kapitel «reicher». Passiert ist es anfangs September beim Training in Chile, als sich der Emmentaler einen Teilabriss der Achillessehne im rechten Fuss zuzog. Mehrere Monate Zwangspause sind die Folge, das Comeback soll im Januar 2016 bei den Lauberhorn-Rennen in Wengen erfolgen.

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Die Verletzungsgeschichte von Beat Feuz

3:33 min, aus sportpanorama vom 11.10.2015

Geduld und Motivation

So sitzt Beat Feuz nun knapp zwei Wochen vor Saisonstart mit dick eingebundenem Fuss im Fernsehstudio – statt irgendwo in den Bergen. Die Zuversicht und den Humor hat das vom Pech verfolgte Supertalent jedoch nicht verloren.

Oder anders gesagt: Der 28-Jährige weiss inzwischen, wie man mit solchen Situationen umgeht. Dass auf einen Rückschlag bisher immer irgendwann eine Rückkehr gefolgt ist. Geduld und Motivation sind denn auch zwei Begriffe, die ihm immer wieder über die Lippen kommen.

Beat Feuz über …

  • … die Verletzung: «Es ist dumm gelaufen. Es war ein Verschneider, die Skis schauten in eine völlig andere Richtung als sie sollten. So hat es halt das schwächste Glied erwischt, und das war bei mir die Achillessehne.»
  • … den Genesungsprozess: «Man kann sich in der ersten Phase zwar etwas bewegen. Aber nur sehr eingeschränkt, denn man will ja nicht, dass die Achillessehne gleich wieder reisst. Es heisst Geduld haben und vor allem für eine gute Durchblutung zu sorgen.»
  • … seine Motivation in schweren Zeiten: «Die Erfolge, die ich erleben konnte, motivieren mich. Ich war bei meiner jeweiligen Rückkehr immer wieder schnell, so wie auch im letzten Winter, als ich bei der WM eine Medaille holen konnte.»
  • … seinen Umgang mit Rückschlägen: «Wenn man die Liste meiner Verletzungen betrachtet – so muss man ja irgendwann ein geduldiger Mensch werden. Jede Verletzung braucht ihre Zeit, bis man wieder zurückkommen kann. Alles andere nützt nichts. Dieses Mal ist es sogar ein bisschen einfacher, denn ich weiss genau, wann ich wieder auf den Ski stehen kann.»
  • … seinen Ansporn: «Ich hätte gerne endlich mal eine Saison gehabt, in der das Knie viel weniger ein Thema war. Nun ist es trotzdem anders gekommen. Mein Ansporn ist jetzt, dass ich in Wengen, auf einer meiner Lieblingsstrecken, ein schönes Comeback feiern kann.»
  • … sein Umfeld in der Aufbauphase: «Die wichtigsten 3 Personen zurzeit – mit dieser Schiene am Bein – sind alle von Beruf Physiotherapeut. Das Gute daran ist, dass eine davon gleichzeitig auch meine Freundin ist.»