Bode Miller: Die Rückkehr des Unberechenbaren

Bode Miller feiert nach einjähriger Auszeit sein Comeback in der Olympia-Saison. Einer der erfolgreichsten Aktiven unter den Ski-Herren gibt sich im Interview gewohnt unbescheiden - und schielt auf 5 Medaillen.

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Interview mit Bode Miller

5:13 min, aus sportaktuell vom 16.10.2013

Bode Miller hat alles gewonnen, was es bei den Alpinen zu holen gibt: Gesamtweltcup und Olympiagold, 4 Weltmeistertitel, 33 Weltcup-Rennen - kaum ein Aktiver vermag mit dieser Ausbeute zu konkurrieren. Kleiner Schönheitsfehler: Seinen einzigen Olympiasieg errang das «Enfant Terrible» 2010 in der stiefmütterlich behandelten Super-Kombination.

Die Vorzeichen, den «Makel» im Palmarès in Sotschi auszumerzen, stehen von Aussen betrachtet schlecht: Seit Februar 2012 absolvierte Miller keinen Ernstkampf mehr, letzte Saison verzichtete er freiwillig aufs wettkampfmässige Skifahren. Zum engsten Favoritenkreis wird Miller daher nicht gehören. Zum gefährlichen - und unberechenbaren - Aussenseiter dürfte es dagegen reichen.

Wechselvolle Olympia-Erfahrungen

Eine Ausgangslage, mit der der selbstbewusste Amerikaner gut leben kann: «Im Hinterkopf weiss ich, dass ich 4, vielleicht sogar 5 Medaillen gewinnen kann». Im Interview mit dem Tessiner Fernsehen RSI gab sich Miller indes auch nachdenklich: «In Turin 2006 hatte ich die Möglichkeit, 5 Mal zu gewinnen - und reiste ohne Medaillen nach Hause. An Vancouver 2010 ging ich ohne grosse Erwartungen heran - und gewann 3 Medaillen.»

Noch kein Plan für Sotschi

Ob er die Medaillen in Sotschi erzwingen oder «passieren» lassen will, weiss Miller noch nicht: «Ich habe einen inneren Konflikt, weiss noch nicht, wie ich die Rennen angehen will. Auf den Hang in Sotschi freue ich mich aber riesig.» Die Vorfreude und seine nach eigenem Bekunden exzellente körperliche Verfassung dürften beste Voraussetzungen sein, um den Überraschungscoup bei seinem wohl letzten Olympia-Auftritt zu landen.