Daniel Yule: Slalom-Leader wider Willen

Von den Schweizer Slalomfahrern wird hierzulande nicht viel erwartet. Ein 21-jähriger Walliser mit britischen Wurzeln hat dank guten Leistungen jedoch die Hoffnungen geweckt.

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Daniel Yule vor dem Adelboden-Slalom

1:31 min, vom 11.1.2015

Mit seinem 10. Rang in Levi und dem 14. Platz in Are startete Daniel Yule fulminant in die neue Saison. Es lag deshalb auf der Hand, dass ihm die Leader-Position im Schweizer Slalom-Team zufiel. «Alle sprechen mich auf diese Rolle an, aber ich fühle mich noch nicht wirklich als Leader», sagt der 21-Jährige und weist damit die Verantwortung von sich.

Im Training herrsche zwischen ihm und seinen Teamkollegen (wie Ramon Zenhäusern oder Markus Vogel) ein regelrechter Kampf. «In den Rennen habe ich vielleicht einfach mehr Glück aufgrund der Startnummern», gibt sich Yule bescheiden.

Das WM-Ticket hat er jedenfalls bereits auf sicher. Yule kann das Programm der nächsten Wochen (auf Adelboden folgen Wengen, Kitzbühel und Schladming) also gelassen in Angriff nehmen. Yule ist aber keiner, der sich zurückhält. Es erstaunt nicht, dass Didier Cuche sein Vorbild ist.

Zwischen den Slalom- statt Fussballpfosten

Als Sohn eines Engländers und einer Schottin wuchs Yule in Martigny auf. Erst 2008 wurde er eingebürgert. Dass Yule auf die Karte Schneesport gesetzt hat, ist für Swiss-Ski ein Glücksfall. Das Fussballspiel musste er aufgeben. «Ich erreichte einfach bessere Resultate beim Skifahren», erklärt er.

Jede freie Sekunde habe er auf der Piste verbracht. Dass er früher auf der Goalie-Position spielte, scheint nicht zu seiner angriffigen Fahrweise zu passen. «Doch, ich habe mich schon damals immer über meine Fehler aufgeregt», entgegnet Yule, der sich auch schon als «Walliser mit britischem Humor» bezeichnet hat.

Yule spürt keinen Druck

Wie schnell er sein kann, bewies Yule im Vorjahr, als er in Kitzbühel mit Laufbestzeit im 2. Durchgang auf den 7. Platz fuhr und in Sotschi im 1. Lauf überzeugte, nach Rennschluss aber nachträglich disqualifiziert worden war. Zuletzt wurde er in Zagreb 10., nachdem er zwei Europacup-Slaloms gewonnen hatte.

Die Chancen auf den ersten Schweizer Top-10-Platz am «Chuenisbärgli» seit Silvan Zurbriggen (10.) vor 4 Jahren stehen somit gut. Druck verspüre er keinen, sagt Yule. «Ich muss ausblenden, dass das Rennen in Adelboden stattfindet und einfach so fahren wie bisher.»

Yules Slalom-Klassierungen in diesem Winter

OrtRang
Zagreb (Kro)10.
Madonna di Campiglio (It)23.
Are (Sd)14.
Levi (Fi10.
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Zusammenfassung Weltcup-Slalom in Zagreb

2:25 min, aus sportaktuell vom 6.1.2015

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den Weltcup-Slalom in Adelboden am Sonntag live auf SRF zwei und im Stream auf www.srf.ch/sport.1. Lauf ab 9:45 Uhr, der 2. Durchgang beginnt um 12:45 Uhr.