«Den Rennhund auspacken, wenn es wichtig wird»

Beat Feuz hat mit seinem unglaublichen Comeback nicht nur seine Konkurrenz, sondern auch sich selbst überrascht. Beim Besuch im «sportpanorama» versuchte der Schangnauer, seine Leistungen zu erklären.

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Ein Schoggitoast ist Feuz' Motivationsspritze

2:41 min, aus sportpanorama vom 21.2.2016

Anhaltende Kniebeschwerden und ein Achillessehnenriss setzten Beat Feuz lange ausser Gefecht. Der Schangnauer verpasste die komplette Vorbereitung und den ersten Teil der Saison. Erst in Wengen griff er ins Weltcupgeschehen ein – und legte in der Abfahrt ein unglaubliches Comeback hin:

  • 16. Januar: Rang 11 in Wengen
  • 23. Januar: Rang 2 in Kitzbühel
  • 30. Januar: Rang 3 in Garmisch-Partenkirchen
  • 6. Februar: Rang 5 in Jeongseon
  • 20. Februar: Rang 3 in Chamonix

Feuz freut sich über seinen Podestplatz in Chamonix

Das Erstaunliche: Feuz realisierte diese Ergebnisse, ohne ein einziges Training auf den Abfahrtsski absolviert zu haben. Vor seinem Comeback hatte er mit den Super-G-Ski trainiert, erst im Lauberhornrennen stieg er auf die Abfahrtsski um.

«Die einzigen Trainings, die ich derzeit mache, sind die offiziellen Abfahrtstrainings vor den Rennen. Es liegt nicht drin, zwischendurch noch Trainingseinheiten einzulegen. Ich benötige die Pausen, um zu regenerieren und meinen Körper zu schonen», erklärt der 29-Jährige. «Es ist nicht normal, dass ich jede Woche Rennen fahren kann.»

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Feuz: «Ich habe selber keine Erklärung dafür»

6:43 min, aus sportpanorama vom 21.2.2016

Die Erklärung: «Ich staune selbst, wie gut es mir derzeit in der Abfahrt läuft. Eine konkrete Erklärung dafür habe ich auch nicht, ich bin einfach froh, dass es so gut läuft», sagt Feuz. Obwohl es für die weitere Trainingsplanung nicht nur gut sei: «Ich glaube, auch die Trainer wären manchmal froh gewesen, ich wäre nicht ganz so schnell gefahren», meinte er lachend.

«  In Zukunft ohne Beschwerden? Das ist ein anderes Thema. »

Die Beschwerden: «Die Verletzung an der Achillessehne ist relativ gut ausgeheilt. Aber gerade die vielen Sprünge und die harten Landungen in Südkorea haben mir zugesetzt», erklärt der Emmentaler. Ob er in Zukunft beschwerdefrei auf den Ski stehen kann? «Das ist ein anderes Thema.»

Die Ziele: «Der Sieg fehlt mir ja noch, also gibt es noch Luft nach oben. Ich muss hoffen, dass der Speed so bleibt und ich den Rennhund auspacken kann, wenn es wichtig wird», sagt Feuz.

«Aber es gibt ja nicht nur die Abfahrt. Mein Ziel ist es, noch ein paar Saisons mit Vorbereitung fahren zu können. Gerade im Hinblick auf den Super-G wäre das wichtig, um wieder näher an die Weltspitze zu kommen und damit ich früher oder später auch wieder einmal um eine Kristallkugel fahren kann.»

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«Vielleicht spreche ich etwas langsamer als die Österreicher»

6:30 min, aus sportpanorama vom 21.2.2016

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 21.02.2016, 18:15 Uhr