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Weltcup Männer Die Aufgabe des Vorfahrers: sicher statt schnell

Sandro Niederberger kommt am Lauberhorn erstmals als Vorfahrer zum Zug. Es ist dies eine späte Genugtuung dafür, dass er eine Skikarriere schon früh aus den Augen verlor.

Legende: Video Von Kernen über Miller zu Feuz: 7 Fragen an Sandro Niederberger abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 12.01.2018.

Sein Engagement als Vorfahrer bei den 88. Lauberhornrennen ist für Sandro Niederberger gewissermassen Plan B. Der heute 26-Jährige spricht von einer Alternative zum Skirennfahrer, der nie aus ihm geworden ist.

Bis zum 17. Altersjahr fuhr der Luzerner regionale Rennen, der heutige Kaderathlet Reto Schmidiger gehörte zu seinen Gegnern. Niederberger verlor dann etwas die Motivation und setzte statt auf den Sport auf den Beruf.

Als ausgebildeter Maurer und Bauführer fand er später wieder Gefallen am Skifahren. Er misst sich mit der regionalen Konkurrenz – auf dem Hoch-Ybrig oder in Saas-Fee. Und er bewarb sich bei der Wengener Rennkommission für den verantwortungsvollen Job.

Karl Frehsner am Teammeeting.
Legende: «Urgestein» Karl Frehsner Der 78-Jährige instruiert die Vorfahrer. SRF

Aufgabe erfordert Abgeklärtheit

So kam es, dass Niederberger erstmals Teil des 5-köpfigen Vorfahrerteams ist, das von Karl Frehsner betreut wird. Damit tritt er in die Fussstapfen von Gilles Roulin, dem 2014 diese Ehre zuteil kam, und der heute im Weltcup Fuss gefasst hat.

Frehsner erklärt, dass der Job des Vorfahrers nicht unbedingt ein Sprungbrett für eine spätere Karriere sei. Einerseits sind Nachwuchsleute am Rennwochenende andersweitig eingespannt. «Zudem gehen die Jungen gerne zu stürmisch an die Sache heran», sagt Frehsner.

Ein Feeling mit Suchtpotenzial

Der frühere Schweizer Cheftrainer ist auf überlegte und sichere Athleten angewiesen, die nicht das Limit suchen. Das Credo laute nicht schnell, sondern sicher. «Wir müssen eine saubere Linie vorfahren. Zwischenfälle und Unterbrechungen sind tabu, vielmehr haben wir für eine gelungene Hauptprobe zu sorgen», erklärt Niederberger.

Das Mitglied des Skiclubs Malters war «brutal nervös» vor der Annäherung mit der Strecke. «Nach der ersten Traininigsfahrt konnte ich den Respekt ablegen und den Trubel rundherum ausblenden.» Mittlerweile sehnt er sich regelrecht nach dem Adrenalin. «Wenn man von einem 10-Meter-Brett ins Wasser gesprungen ist, will man auch sofort wieder rauf», vergleicht er. Deshalb hofft Niederberger, dass sein Plan B noch möglichst lange greift.

So sendet SRF aus Wengen

Freitag
Kombination
10:15 Uhr Abfahrt
13:50 Uhr Slalom
19:00 Uhr Siegerehrung
SamstagAbfahrt12:00 Uhr
19:00 Uhr Siegerehrung
SonntagSlalom10:00 Uhr 1. Lauf
13:05 Uhr 2. Lauf

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell», 08.01.2018 22:25 Uhr