Dominik Paris: Symbol der italienischen Stärke

Dominik Paris hat mit dem Abfahrtssieg auf der «Streif» bewiesen, dass er den Sprung vom schluderigen Talent zum Siegfahrer endgültig geschafft hat. Der Triumph des 23-Jährigen steht aber auch für die Stärke des italienischen Speedteams.

Erst 23 Jahre ist Dominik Paris alt. Aber mit Bormio und Kitzbühel hat der Südtiroler innerhalb eines Monat 2 der schwierigsten Weltcup-Abfahrten gewonnen und sich auf der «Streif» als 1. Sieger seit Kristian Ghedina 1998 in die Geschichtsbücher eingetragen. Doch der Weg bis dahin war lang. Nachdem der damals 19-jährige Paris am 19. Dezember 2008 sein Weltcup-Debüt im Super-G von Gröden gegeben hatte, sammelte er erst 1 Jahr später als 26. der Super-Kombi von Beaver Creek die ersten Punkte.

Sinneswandel nach 2007

Gut weitere 2 Jahre verstrichen, ehe er erstmals in die Top 10 fuhr und in der Abfahrt von Chamonix überraschend Platz 2 belegte. Dies war ein Ausrufezeichen, das überraschte. Denn Paris galt lange als schwierig im Umgang, wurde aus Sportschule und Förderkadern geworfen. Erst als er im Sommer 2007 als Kuhhirte arbeitete und dabei 30 Kilo verlor, ging es aufwärts.

Die Erfüllung eines Traums

Knapp 6 Jahre später erlebte Paris nun seinen bisherigen Karriere-Höhepunkt. Der Sieg auf der Hahnenkamm-Abfahrt war gleichzeitig die Bestätigung nach seinem Premieren-Sieg in Bormio. In Italien gewann er zeitgleich mit Hannes Reichelt und stand dabei erstmals seit Chamonix wieder auf dem Podest. Doch: «Kitzbühel ist sicherlich der noch schönere Erfolg», jubelte Paris. «Es ist ein Traum jedes Abfahrer, hier zu gewinnen.»

Führung im Disziplinen-Weltcup

Daneben darf sich Paris über die Führung im Disziplinen-Weltcup freuen. Als einziger 2-facher Abfahrtssieger des Winters liegt er neu 3 Zähler vor Aksel Svindal. Doch neben Paris‘ persönlicher Erfolgsgeschichte liest sich auch die Bilanz des italienischen Speedteams hervorragend.

Bei 5 von 10 Super-Gs und Abfahrten jubelte am Ende ein Italiener. Lauberhorn-Sieger Christof Innerhofer erklärt: «Weil es im Team so viele gute Gradmesser gibt, hast du nach einer teaminternen Trainings-Bestzeit die Gewissheit, dass es auch im Kampf gegen den Rest der Welt für den Sieg reichen kann.» Dies verspricht auch für die WM Spannung. Paris selbst sagt betont locker: «Mal schauen, was jetzt in Schladming geht.»

Saisonsieger in den Speedrennen

DatumOrtDisziplinSiegerLand
24.11.12Lake Louise AbfahrtAksel SvindalNorwegen
25.11.12Lake Louise Super-GAksel SvindalNorwegen
30.11.12Beaver CreekAbfahrtChristof InnerhoferItalien
01.12.12Beaver CreekSuper-GMatteo MarsagliaItalien
14.12.12GrödenSuper-GAksel SvindalNorwegen
15.12.12GrödenAbfahrtSteven NymanUSA
29.12.12BormioAbfahrtHannes Reichelt/Dominik ParisÖsterreich/Italien
19.01.13WengenAbfahrtChristof InnerhoferItalien
25.01.13KitzbühelSuper-GAksel SvindalNorwegen
26.01.13KitzbühelAbfahrtDominik ParisItalien