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Weltcup Männer Erstes Rennen nach Poissons Tod: «Sehr schwierige Momente»

Am Mittwoch wurde in Lake Louise David Poisson gedacht. Sein tödlicher Unfall bewegt – und zieht Veränderungen nach sich.

Legende: Video So verabschiedete sich der Weltcup-Zirkus von Poisson abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 23.11.2017.

Am Montag vor einer Woche ist David Poisson bei einer Trainingsfahrt im kanadischen Nakiska ums Leben gekommen. Das Unglück geschah an einer Stelle, die zu den nicht als riskant eingestuften Passagen gehört.

Es gibt eine Zeit vor und eine Zeit nach dem Poisson-Unfall.
Autor: Markus Waldner
David Poisson.
Legende: Erinnerung An den WM-Dritten von 2013. Keystone

Der 35-jährige Franzose verlor aus ungeklärten Gründen einen Ski, rutschte unter dem Sicherheitsnetz, einem «B-Netz», hindurch und prallte gegen einen Baum. Ein Unfall, den keiner kommen sah – und der Vieles verändert hat.

Dieses Wochenende stehen in Lake Louise die ersten Speed-Rennen des Winters an. Am Mittwoch trafen sich Weltcup-Athleten und -Betreuer zu einer Gedenkzeremonie. Für die Rennen vom Wochenende verteilte die FIS spezielle Startnummern mit Poissons Namen, im Ziel erinnern Banner an den Verunglückten.

«Wir sind Konkurrenten, aber wir sind auch eine Familie. Es sind sehr schwierige Momente», sagt etwa Mathias Berthold, der Cheftrainer der Deutschen.

Vor der ersten Abfahrt des Olympia-Winters wurden nun die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. «Normalerweise versuchen wir, eine Abfahrt eher knackiger zu machen. Nun haben wir es aber etwas ruhiger gestaltet, um die Aufgabe nicht zu schwierig zu machen», erklärte Chef-Renndirektor Markus Waldner.

«Wir wollen, dass alle gesund ins Ziel kommen.» Massnahmen wie diese würden sich nun durch den Olympia-Winter ziehen, betonte Waldner. Das erste Training wurde am Mittwoch durch Schneefall verunmöglicht.

Für Waldner wie den gesamten Skizirkus gibt es «eine Zeit vor und eine Zeit nach dem Poisson-Unfall». Viele Fahrer – nicht nur die Franzosen – hätten zu kämpfen, um sich voll zu konzentrieren, meint der Renndirektor. Deshalb mache es Sinn, die Strecke ein wenig zu entschärfen.

Poissons Mutter wünscht Start

Dass die Franzosen zum ersten Speed-Wochenende überhaupt antreten, hat auch mit Poissons Mutter zu tun. Auch auf ihren Wunsch wird das französische Team in Lake Louise starten.

Legende: Video FIS-Renndirektor Waldner über die entschärfte Strecke abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus sportflash vom 22.11.2017.

Sendebezug: Radio SRF 3, Abendbulletin, 13.11.2017, 18:30 Uhr

Live-Hinweis

Live-Hinweis

Verfolgen Sie die Abfahrt am Samstag ab 20:10 Uhr auf SRF zwei und in der Sport App. Der Super-G am Sonntag wird ab 19:50 Uhr übertragen.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Tobias Humm (thumm)
    Die Abfahrt im besonderen lebt vom Risiko. Niemand würde das schauen, wenn die Gefahr wegversichert wäre. Darum wundet es mich immer, dass man so eine Sache draus macht, wenn einer verunfallt. Die sind doch wie die Extrembergsteiger, da läuft der Tod mit. Und als Zuschauer wollen wir sehen, wie die dem Tod immer gerade noch von der Schippe springen. -- Bis es eben einer mal nicht mehr schafft.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Ich schaue einen Slalom lieber als eine Abfahrt, bin ich nun nicht Normal? Ich brauche die Gefahren nicht um Spannung zu haben. Schliessen sie bitte nicht von sich aus auf andere. Ich Liebe am meisten RS und Slalom, finde ich am Spannendsten! Und wenn ich Abfahrt sehe Interessiere ich mich nur für die Zeit und die Technik, die Stürze brauche ich nicht und vermisse sie auch nicht wenn es sie nicht gegeben hat.
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  • Kommentar von Rafael Graf (Whitetiger)
    Waldner sagte 2014: «der Abfahrer stürzt sich in die Tiefe, kämpft mit den Tücken des Geländes, und wenn er im Ziel ist, dankt er Gott dafür, dass er das heil überstanden hat.» Seither wollte er mehr Tempo, mehr Wellen und allgemein anspruchsvollere Pisten. Es ist schon sehr traurig und bedenklich, dass es zuerst einen tragischen Unfall braucht, bevor die Verantwortlichen Sicherheit über Spektakel werten...
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    1. Antwort von YB Fan (Hopp YB)
      der Unfall hatte nichts mit den Weltcup pisten zu tun. Das waren vermutlich einfach zu schlechte Sicherheitsvorkehrungen bei den Trainings. Gerüchten zufolge wollte das Schweizer Abfahrtsteam wegen Sicherheitsbedenken auf jener Strecke nicht trainieren. Ob jetzt die Weltcup Pisten schwieriger oder einfacher geworden sind hat den Unfall nciht beeinflusst.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Wobei, wenn man sich die Statistik tödlicher Unfälle oder mit Schwerstverletzten anschaut, sind sie in den vergangenen Jahren bei Abfahrten, wo es immer schneller & schwieriger wurde zurück gegangen. Und es war 2015? wo es einen tödlichen Unfall bei einer anderen Ski-Alpin Disziplin gegeben hat.
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  • Kommentar von Thomas Spirig (lalelu)
    hmm. schwierige sache. ich erinnere an bernhard russi, der jeweils sagte eine vermeintlich "einfache" piste ist gefährlich, weil sie eher zu "übermut" und "risiko" verleitet als eine anspruchsvolle piste. nun ist lake louise grundsätzlich eher eine etwas "einfachere" piste. dennoch finde ich eine "entschärfung" fraglich, ob das wirklich der sicherheit dient. wenn ein fahrer sich nicht bereit fühlt, was durchaus nachvollziehbar wäre, dann wäre es wohl besser einfach nicht zu starten.
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