Feuz: «Grün in Kitzbühel, das entschädigt für vieles»

Grosse Stricke haben die Fahrer von Swiss-Ski in diesem Winter noch nicht zerrissen. Nun platzte der Knoten ausgerechnet auf der legendären Streif.

In zuvor 20 Rennen waren die Schweizer in dieser Saison ohne Top-3-Platzierung geblieben. Und vor dem Hahnenkamm-Wochenende deutete nicht wirklich viel darauf hin, dass sich dies in Kitzbühel ändern würde.

Besonders hoch einzuordnen ist der 2. Platz von Beat Feuz. Der Emmentaler bestritt in Kitzbühel erst seine zweite Abfahrt in diesem Winter, nachdem er sich im Sommertraining in Chile einen Teilriss der Achillessehne zugezogen hatte. «Grün in Kitzbühel, das entschädigt für einiges», beschrieb Feuz seine Gedanken direkt nach der Zieldurchfahrt.

Start-Entscheid erst am Freitag

«Jetzt in Kitzbühel auf dem Podest zu stehen – dafür finde ich fast keine Worte», so der Schangnauer nach seinem 18. Podestplatz im Weltcup. Feuz gab auch zu bedenken, dass die Verhältnisse und die Warterei schwierig waren. Janka und er hätten wohl die besten Sichtverhältnisse gehabt. «Aber das muss man auch zuerst mal nutzen», so der Emmentaler, der sich erst am Freitagnachmittag zum Start auf der Hahnenkamm-Abfahrt entschieden hatte.

«  Das Ziel ist es, eine Gondel zu haben. »

Carlo Janka

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Glänzendes Swiss-Ski-Resultat in Kitzbühel

2:44 min, aus sportaktuell vom 23.1.2016

Für Carlo Janka kommt der 3. Platz nach schwierigen Jahren auf der Streif einer Art Versöhnung gleich. Abgesehen von einem 6. Platz vor zwei Jahren tat sich der Obersaxer in Kitzbühel immer schwer. «Für meine Verhältnisse erwischte ich die Traverse sehr gut», freute sich Janka. Die Schlüsselstelle vor dem Zielhang war ihm in der Vergangenheit regelmässig zum Verhängnis geworden.

Vielleicht freundet sich der 29-Jährige nach diesem Tag aber doch noch mit der Streif an. So sagte er vielversprechend: «Das Ziel ist es, irgendwann einmal eine Gondel zu haben.» In Kitzbühel werden die Gondeln nach den Siegern benannt.

Gisin überwindet «Trauma»

Eine besondere Geschichte schrieb auch Marc Gisin, der als 5. sein bestes Weltcup-Ergebnis überhaupt realisierte. Vor einem Jahr war der Engelberger an selber Stätte schlimm gestürzt und musste die Saison daraufhin vorzeitig abbrechen.

«Ich bin schon ziemlich durchgedreht, als ich unten war», sagte Gisin nach dem Rennen. Die vielen Stürze und das lange Warten hätten die ganze Sache nicht gerade einfach gemacht. «Aber genau für solche Momente fährt man Ski», so der 27-Jährige.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 23.01.16, 11:30 Uhr

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