Hirscher glänzt am «Ganslernhang»

Marcel Hirscher hat erstmals den Weltcup-Slalom in Kitzbühel gewonnen. Der Lokalmatador verwies mit einer Traumfahrt im 2. Lauf den Deutschen Felix Neureuther und Ivica Kostelic auf die Plätze. Die Schweizer enttäuschten.

Marcel Hirscher unterstrich vor Heimpublikum seinen Ruf als Mann der 2. Läufe. Der 23-jährige Österreicher zeigte auch am «Ganslernhang» eine entfesselte Fahrt und fuhr unbedrängt zu seinem 4. Slalom-Sieg des Winters. An der Laufzeit des Gesamtweltcup-Leaders bissen sich die bei Halbzeit vor ihm klassierten Italiener Giuliano Razzoli (4. Schlussrang) und Stefano Gross (11.) die Zähne aus.

Erster Slalom-Heimsieg seit 2005

Die weiteren Plätze auf dem Treppchen sicherten sich Wengen-Sieger Felix Neureuther und Ivica Kostelic. Der Deutsche und der Kroate, der sich mit dem Sieg  in der klassischen Kombinations-Wertung trösten konnte, büssten aber bereits 0,77 respektive 0,93 Sekunden auf Hirscher ein.

Damit stand der Salzburger in allen Slaloms der Saison auf dem Podest und sorgte gleichzeitig für den ersten Slalom-Heimsieg in Kitzbühel seit Manfred Pranger 2005.  Relativ nüchtern sagte der Tagessieger: «Wenn man zu den Grossen gehören möchte, sollte man einmal Kitzbühel gewonnen haben.»

Vogel und Gini zurückgeworfen

Aus Schweizer Sicht verlief der 2. Durchgang enttäuschend. Markus Vogel, nach dem 1. Lauf starker Neunter, beging im oberen Streckenabschnitt einen groben Schnitzer und musste zurücksteigen. Am Ende büsste er über 11 Sekunden ein und wurde 26. «Meistens versucht man unterbewusst, noch einen draufzusetzen», versuchte Vogel seinen Aussetzer zu erklären.

Nur unwesentlich besser schnitt Marc Gini ab. Der Bündner verlor 3,32 Sekunden und fiel vom 19. auf den 23. Schlussrang zurück. «Ich fuhr die Übergänge nicht clever», so Gini. Marc Berthod und Reto Schmidiger waren im 1. Lauf ausgeschieden, Ramon Zenhäusern hatte den Einzug in die Top 30 verpasst.