Janka: Der «Iceman» bleibt cool

Sinnbildlich für die Misere der Schweizer Skifahrer steht Carlo Janka. Dem Bündner gelingt in dieser Saison nicht viel. Vor den Heimrennen in Adelboden und Wengen, bei denen er nach einer Pause auf die Weltcup-Bühne zurückkehrt, gibt er sich gewohnt gelassen.

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Wie geht es Carlo Janka? («sportpanorama» vom 06.01.2013)

2:43 min, vom 7.1.2013

«Panik wäre fehl am Platz, das würde uns nicht weiterbringen. Wir müssen die Ruhe bewahren. Dann sehen wir irgendwann die andere Seite wieder, auch wenn es momentan nicht danach aussieht.» Carlo Janka lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Der Bündner, Gesamtweltcup-Sieger 2009/10, Riesenslalom-Weltmeister 2009 und –Olympiasieger 2010, legte nach dem miserablen Saisonauftakt eine längere Pause ein. Nach dem 56. Rang in Alta Badia vom 16. Dezember kehrt er am kommenden Wochenende in Adelboden knapp einen Monat später auf die Weltcup-Bühne zurück.

Lieber Material- als körperliche Probleme

Die Leidensgeschichte von Janka ist lang: Seit seinem Sieg von Kranjska Gora im März 2011 wartet der 26-Jährige aus Obersaxen auf einen Podestplatz. Herzprobleme, eine Viruserkrankung und chronische Rückenbeschwerden warfen ihn immer wieder zurück. Nun ist er körperlich fit, was Janka optimistisch stimmt. Nur das Material macht ihm Sorgen. «Es ist eine andere Situation, wenn der Körper nicht mitmacht. Dann geht gar nichts mehr, dann kann man nicht mehr weitertrainieren und bleibt einfach stehen. Die Situation in diesem Jahr ist eine bessere, weil der Körper noch mitmacht. So kann ich zuversichtlich bleiben. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.»

Hauptziel: Weltcup-Punkte

Diese möchten auch die Schweizer Skifans nach den blamablen Resultaten nicht aufgeben. «Der Erwartungsdruck vor den Heimrennen ist hoch», sagt der Schweizer Techniker-Trainer Sepp Brunner, der aber optimistisch bleibt. Auch, was Janka anbelangt, der die Pause für viel Training genützt hat und sich von der Aussenwelt abkapselte. «Bei ihm ist es sicher einen Schritt vorwärts gegangen», sagte Brunner, um gleich zu relativieren: «Wir können ihn nicht ganz vorne erwarten. Das Hauptziel ist, dass er wieder Mal in die Punkte fährt.»

Wenig Optimismus für Adelboden

Das sind bescheidene Ziele für einen Fahrer, der mit solchen Meriten ausgestattet ist wie Janka. Dieser erwartet am «Chuenisbärgli» selber keinen Exploit. «In Adelboden ist es mir noch nie richtig aufgegangen, dort habe ich noch nie ein Rennen wunschgemäss runtergebracht.» Sicher ist, dass sich Janka auch bei einem verpatzten Rennen nicht aus der Ruhe lassen bringen und in Wengen einen nächsten Versuch unternehmen wird: «Dort habe ich die positiveren Erfahrungen gesammelt.»