Zum Inhalt springen

Weltcup Männer Marc Gini und der unerschütterliche Glaube

Einem Weltcuperfolg stehen Jahre des Misserfolgs gegenüber. Swiss-Ski stufte ihn zurück, das Sommertraining musste er mehrheitlich selber bestreiten. Und trotzdem ist Marc Gini davon überzeugt, wieder ein Siegfahrer werden zu können.

Legende: Video Marc Gini – sein Kampf zurück in den Weltcup abspielen. Laufzeit 12:00 Minuten.
Aus sportlounge vom 14.12.2015.

Acht Jahre ist es her, da stand Marc Gini zuoberst. Im doppelten Sinne: Denn sein Sieg im Weltcup-Slalom in Reiteralm (Ö) war gleichzeitig auch sein (einsamer) Karriere-Höhepunkt. Aufs Podest schaffte es der Bündner seither nie mehr. Einzig 2011 auf der Lenzerheide schaute noch einmal ein Top-5-Ergebnis heraus (Platz 4).

Für den Misserfolg gibt es Gründe: Verletzungen bremsten Gini immer wieder aus. Der Misserfolg hatte auch Konsequenzen. Gini ist nur noch B-Kader-Mitglied. Und der Slalomspezialist musste sein Sommertraining mehrheitlich selber bestreiten und berappen.

Sonst würde ich mir das nicht mehr antun.
Autor: Marc Gini

Dies tat der 31-Jährige mit grossem Enthusiasmus. «Ich glaube noch daran, Rennen gewinnen zu können», sagt Gini. «Sonst würde ich mir das nicht mehr antun.» Er wisse aber, wie viel es braucht, um wieder ein Siegfahrer zu sein.

Im Sommer war Gini mehrheitlich auf sich alleine gestellt. Insgesamt rund 15'000 Franken wendete er für Trainings und einen Trip in den Schnee Neuseelands auf. In der Schweiz schlief er oft in seinem Camper, um die Hotelkosten zu sparen. Die Rückschläge blieben Gini in der Form einer Blinddarmentzündung und eines Muskelfaserrisses indes treu.

Erste Chance im Weltcup nicht genutzt

Trotzdem konnte er den Winter beschwerdefrei in Angriff nehmen. In FIS- und Europacup-Rennen versuchte Gini Punkte zu sammeln, um im Weltcup eine tiefere Startnummer zu bekommen.

  • Im Sommer 2015 in Neuseeland fuhr er in 6 Rennen (5 nationale und 1 FIS-Rennen) 5 Podestplätze heraus.
  • Anfang Dezember 2015 erreichte er in den beiden Europacup-Slaloms in Norwegen die Ränge 5 und 8.
Legende: Video Gini nach dem Slalom in Val d'Isere im Interview abspielen. Laufzeit 2:29 Minuten.
Vom 15.12.2015.

Den 1. Weltcup-Slalom in Val d'Isere am vergangenen Sonntag musste Gini dennoch mit der hohen Nummer 53 in Angriff nehmen – und verpasste als 37. prompt sein angestrebtes Ziel, die Quali für den 2. Lauf.

Damit hat der Schweizer nun bei seinen letzten 12 Weltcup-Starts immer den 2. Durchgang verfehlt. Letztmals war er im März 2013 beim 2. Teil eines Slaloms mit von der Partie.

Entmutigen lässt sich Gini aber auch durch das jüngste Negativerlebnis nicht: «Das war erst der 1. Weltcupslalom in dieser Saison. Es kommen noch zehn», sagt er.

Sendebezug: SRF zwei, «sportlounge», 14.12.15, 22:25 Uhr

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von röbi weibel, muri
    gewisse personen sollten langsam aber sicher über ihren rücktritt nachdenken. da gibt es motivierte junge, die sich noch 10mal vor marc gini für einen 2. lauf qualifizieren werden. meine prognose: nach einer frustrierenden saison tritt er endgültig zurück.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von David Orth, Dübendorf
      Wieso so negativ, selber schon mal einen Slalom gefahren? und Slalom im Weltcup noch was anders. Ist nicht mehr Schnee als Unterlage, ist blankes Eis, reiner Gletscher, wenn Wärmeeinbruch wird noch mit Spezialsalz nachgebessert,dann noch mehr Gletscher mit zusätzlichen Eishügeln. Nur schon ins Ziel kommen ist für ein 08/15 Schifahrer unmöglich. UND - Slalom ist viel Psychologie. wenns haut laufts.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von René, St.Gallen
      @Weibel Nennen sie Namen von jungen, motivierten Fahrern welche sich aufdrängen. Ich wüsste nur einen jungen Fahrer welcher für den Slalom in Frage kommt. Es können nicht ohne weiteres einfach junge, nachkommende Fahrer im Weltcup eingesetzt werden. Stichwort WC-Startberechtigung.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Beat Reuteler, Bützberg
      David, was ist in deinen Augen ein 08/15 Skifahrer?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Skoene, Zh
    Ich würde es Marc von Herzen gönnen, wenn er noch einmal den Sprung in die Elite schafft! wenn er mal drinn ist, wird es schwierig ihn wieder rauszuholen ;-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Smart, Ostschweiz
    Marc Gini hat einen echt unerschütterlichen Willen. Sein aggressiver Fahrstil erinnert mich an denjenigen von Jean Baptiste Grange. Dieser beschleunigt nach dem Start jeweils mit einigen heftigen Stockschlägen auf ein sehr hohes Tempo und behält dieses dann durch das gesamte Rennen, insbesondere wenn er durch enge Kurven saust und dabei die Ski stark gegen den dabei schmelzenden Schnee stemmt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen