Nach Drohnen-Zwischenfall: FIS im Dilemma

Der Absturz einer Kamera-Drohne beim Nachtslalom in Madonna di Campiglio hat die Gemüter erhitzt. Der Weltverband kündigte eine umfassende Aufklärung an.

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Reaktionen auf den Drohnen-Zwischenfall

1:29 min, vom 23.12.2015

Der Weltverband FIS hat eine umfassende Aufklärung des Drohnen-Zwischenfalls beim Slalom von Madonna di Campiglio in Aussicht gestellt. Der Veranstalter war haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt, als eine abstürzende Drohne Marcel Hirscher nur knapp verfehlte.

Man werde mit allen beteiligten Parteien reden, um zu erfahren, wie es zum Unfall kommen konnte, hiess es in einer Stellungnahme der FIS. «So etwas darf nie wieder passieren.» Der TV-Rechteinhaber Infront entschuldigte sich bei Hirscher und der FIS für den «unglücklichen Zwischenfall» und kündigte detaillierte technische Analysen und «so bald wie möglich» weitere Informationen an.

«  Es war ausgemacht, dass der Pilot nicht über die Strecke fliegt. »

Renndirektor Markus Waldner

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«Schweinerei»: Klare Worte von FIS-Renndirektor Markus Waldner

0:50 min, vom 23.12.2015

Hirscher hatte im 2. Lauf zwar «etwas gespürt», aber erst im Ziel erfahren, was ihn fast getroffen hätte. «Ich dachte, dass ein Rutscher hinter mir ist oder eine Stange.» Deshalb sei er weiter «fokussiert und konzentriert geblieben». Nach dem Studium der Fernsehbilder sagte der Österreicher: «Eine absolute Frechheit.»

Drohneneinsatz in Italien bei Skirennen erlaubt

Renndirektor Markus Waldner sprach von einer «Schweinerei». Im Gegensatz zu anderen Ländern ist es in Italien erlaubt, bei Skirennen Drohnen einzusetzen. «Es war aber ausgemacht, dass der Pilot nicht über die Strecke fliegt, sondern nur über den Korridor», sagte Waldner. «Doch im 2. Lauf ist er dann immer weiter reingeflogen. Ein Wahnsinn, was da passiert ist.»

«  Wir haben sehr, sehr viel Glück gehabt. »

OK-Präsident Lorenzo Conci

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Hier kracht die 4-kg-Drohne runter

0:14 min, vom 22.12.2015

Der Präsident des Organisationskomitees von Madonna, Lorenzo Conci, betonte: «Ich bin schockiert, dass so etwas passiert ist. Wir haben sehr, sehr viel Glück gehabt.» Letztlich ging alles glimpflich aus – und Hirscher nahm es sogar mit Humor. «Dichter Flugverkehr in Italien!», schrieb der Österreicher auf Facebook.

Dagegen zeigte sich Ted Ligety – der schon am Sonntag nach Matthias Mayers Sturz Generalkritik an den Verantwortlichen geübt hatte – verärgert. «Marcel hatte so viel Glück, dass das nicht viel schlimmer ausgegangen ist. Das ist nicht akzeptabel», schimpfte der Amerikaner via Twitter.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 22.12.2015, 17:40/20:40 Uhr