Russi: «Für Koreaner ist eine Piste wie eine Autobahn»

Nach den ersten beiden Trainingsfahrten auf der von ihm entworfenen Olympia-Strecke in Jeongseon hat Bernhard Russi eine erste Zwischenbilanz gezogen. Obwohl diese grundsätzlich gut ausfällt, sieht der Pistenbauer noch Verbesserungspotenzial.

«Müsste ich die Strecke auf einer Skala von 1-10 bewerten, liegen wir etwa bei 5», lautet das Zwischenfazit von Russi. Die Piste präsentiere sich genau so, wie es sich für einen Testanlass zwei Jahre vor den Olympischen Spielen gehöre, «nämlich eher von der sicheren Seite».

«  Ich habe einige gesehen, die im oberen Teil extreme Probleme hatten. »

Bernhard Russi

Der 67-Jährige hatte sich vor allem nach dem 1. Training einige Kritik aus dem Fahrerlager gefallen lassen müssen. So sagte etwa Christof Innerhofer, dass die künftige Olympiapiste angesichts der eher tiefen Geschwindigkeit nicht viel mit einer Abfahrt zu tun habe.

Russi selbst nimmt diese Kritik aber gelassen. Es sei klar, dass die Piste Potenzial für mehr Tempo habe, so der Urner. «Aber man muss auch sagen, dass gerade diejenigen, die am lautesten rufen, im oberen Streckenteil extreme Probleme hatten», führt Russi aus.

Das Ende jahrelanger Planung

Seit Russi den Berg in Jeongseon erstmals bestiegen hatte, sind 15 Jahre vergangen. Das Olympia-Projekt sei vor allem dadurch erschwert worden, dass Südkorea nicht gerade für seine lange Tradition und Erfahrung im Skisport bekannt sei. Angesichts unterschiedlicher Vorstellungen habe es einige Hürden in der Kommunikation zu meistern gegeben, so Russi und erklärt: «Für Koreaner ist eine Piste wie eine Autobahn.»

Das ganze Interview mit Bernhard Russi sehen Sie im Video oben.

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 5.2.2016, 7:00 Uhr