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«Gold for Switzerland»: Rutscher Zenklusen jubelte an Olympia
Aus Sport-Clip vom 12.01.2020.
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Volunteer Zenklusen plaudert «Alle Kanadier haben mich ausgelacht – und dann kam Défago»

Thomas Zenklusen ist einer von 45 «Rutschern» in Adelboden. Seine Arbeit gibt ihm wenig – und doch alles.

Sie sind für den Skisport so unabdingbar wie der Schnee: die Volunteers. Jahr für Jahr helfen im Weltcup tausende Freiwillige mit, dass im Winter ein Skifest nach dem anderen über die Bühne gehen kann.

Einer von ihnen ist Thomas Zenklusen. Seit 12 Jahren opfert der Walliser Jahr für Jahr Zeit, Geld und Ferien, um seinen Lieblingssport zu unterstützen. Heuer ist er in Adelboden bereits zum 8. Mal dabei. «Als Kind habe ich zum ersten Mal bei Skirennen mitgeholfen. Ab da entwickelte es sich zu meiner Leidenschaft.»

Als Jux bin ich ganz unten noch durchs Ziel gefahren und habe die Hände hochgerissen und gerufen: ‹Gold for Switzerland!›
Autor: Thomas Zenklusen

Zenklusen ist meist als «Rutscher» im Einsatz. «Meine Aufgabe ist es, vor dem Rennen die Piste bereit zu machen und während es läuft, die Spuren der Rennfahrer wieder wegzubringen», so der 48-Jährige. «Dabei gibt es eine wichtige Grundregel: Du gehst immer erst, wenn der Fahrer vor dir durchgefahren ist. Sonst kommt’s nicht gut.»

Défago rettet Zenklusen

In 12 Jahren haben sich bei Zenklusen einige wunderbare Erinnerungen angesammelt. Eine sticht speziell heraus: «An den Olympischen Spielen in Vancouver 2010 war ich vor der Männerabfahrt früh morgens im Einsatz. Als Jux bin ich ganz unten noch durchs Ziel gefahren und habe die Hände hochgerissen und gerufen: ‹Gold for Switzerland!›»

Anschliessend habe er mit seinen Rutscher-Kollegen gescherzt. «Die Kanadier haben mich natürlich alle ausgelacht, weil für sie klar war, dass ein Einheimischer gewinnen werde. Und beim richtigen Rennen hat dann Didier Défago Gold geholt – das war natürlich cool.»

Nachtschichten für ein Gratis-Bett

Finanziell lohnt sich Zenklusens Arbeit nicht. «Entlöhnt wird man nicht wirklich. Manchmal erhält man Kleider oder die Unterkunft wird einem bezahlt. Aber das ist nicht immer so.» Flug- und Reisekosten allgemein müssen die Volunteers aus der eigenen Tasche bezahlen.

In Adelboden haben die Rutscher jeweils eine Unterkunft – allerdings verknüpft mit der Bedingung, dass man im Notfall Nachtschichten schiebt. «Das heisst, wenn es in der Nacht Schnee gibt, müssen wir um 3 Uhr auf die Piste», erklärt Zenklusen. Totale Hingabe für die grosse Leidenschaft.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 12.01.2020, 09:00 Uhr

1 Kommentar

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  • Kommentar von Regula Schnetzer  (Gwundernase)
    Ein riiiiiiesengrosses MERCI allen freiwilligen Helfer*innen, die nicht nur bei Skirennen, sondern an allen Sportanlässen und in Vereinsvorständen für einen Händedruck ihre Zeit und viel Herzblut investieren! Ohne solche Idealisten geht vieles nicht und als Zuschauer oder Teilnehmerin nimmt man die vielen Helfer kaum wahr. Persönlich bringt ein solches Engagement eine gewisse Befriedigung und einfach Freude etwas für die Allgemeinheit geleistet zu haben.
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