Zum Inhalt springen

Sotschi Drei Diplome - eine Enttäuschung

Das Schweizer Frauen-Speed-Team hat im olympischen Super-G den erhofften Podestplatz verpasst. Die drei Top-Ten-Platzierungen von Lara Gut, Fränzi Aufdenblatten und Fabienne Suter sind ein schwacher Trost für die verpasste Medaille.

Legende: Video Schweizerinnen verpassen Medaille (sotschi aktuell, 15.02.2014) abspielen. Laufzeit 2:11 Minuten.
Aus Sotschi-Clip vom 15.02.2014.

Die Ernüchterung im Schweizer Lager war gross: Vor dem Super-G galt Lara Gut als grosse Favoritin und mit Dominique Gisin und Fabienne Suter waren sogar noch zwei weitere Medaillenhoffnungen am Start. Doch das erfolgsverwöhnte Speed-Team ging leer aus und musste sich mit 3 Diplomrängen zufrieden geben.

Gut: «Heute war ich wieder dran.»

Von Gut hatte man sich im Vorfeld einen Podestplatz erhofft, viele trauten ihr gar Gold zu. Denn die 22-jährige Tessinerin stand diese Saison in 3 von 5 Super-G Weltcup-Rennen zuoberst auf dem Treppchen (in Beaver Creek, Lake Louise und Cortina d’Ampezzo). «Irgendjemand muss Vierte sein und heute war ich wieder dran», sagte eine sichtlich enttäuschte Gut, die sich bereits an der WM 2011 zweimal mit der «Leder-Medaille» begnügen musste.

Suter: «Langsam gewohnt»

Auch Suter zeigte sich nach ihrem 7. Rang niedergeschlagen: «Ich bin es langsam gewohnt», erklärte die 29-Jährige. «Die Enttäuschung ist nicht mehr ganz so gross.» Suter war bereits 2010 in Vancouver mit den Rängen 4, 5 und 6 knapp an einem Olympia-Podestplatz vorbeigeschrammt. Einzig Fränzi Aufdenblatten war mit ihrer Leistung zufrieden: Die 33-jährige Walliserin erreichte an ihren 3. Winterspielen mit Platz 6 ihr olympisches Bestresultat.

Der Kurs «ein Desaster»

Dem äusserst anspruchsvollen Kurs und den schwierigen Schneeverhältnissen im Rosa Chutor Alpine Center fielen einige Fahrerinnen zum Opfer, darunter auch Dominique Gisin. Die Abfahrts-Olympia-Siegerin stürzte im Zielhang an derselben Stelle, wo etliche andere Athletinnen auch ausschieden, blieb aber unverletzt. Gut beschwerte sich nach dem Rennen lautstark über die Piste: «Das war kein Rennen, jeder versuchte einfach irgendwie herunterzukommen. Es ist ein Desaster.»

Anna Fenninger bewältigte den Super-G-Parcours am schnellsten und zeigte sich danach überwältigt: «Es ist unglaublich. Ich fühle mich gerade ein bisschen überfordert.» Vielleicht hat die Österreicherin auch die nötigen Ratschläge von ihrem Teamchef erhalten: Schliesslich hatte der österreichische Speed-Trainer Florian Winkler den Kurs gesetzt.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von René, St.Gallen
    @Stump Ihr Abwälzen auf Sportreporter, an Schlagzeilen und einzelnen Statistiken sich zu orientieren. Dies ist zu einseitig. Selber erkennen sie die Speed- Fähigkeiten von Lara zu wenig. Sie besitzt einen gesunden Ehrgeiz. Diva ist deplatziert. Betr. DE - Deutsche (auch AUT) würdigen Cologna, schätzen und finden ihn sehr sympathisch. Zutreffend ist dies auch bei anderen Spitzensportlern. Maria Höfl-Riesch konnte nicht immer mit Erfolgen "positiv" umgehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Grunder Giant, Emmentaler
    Es war sicher nicht einfach, doch noch regulär. Skisport ist ja glücklicherweise noch nicht zum Hallensport geworden. Zudem sind alles Profis und das Glück spielt eben auch mit. Das zum Interbeitrag und der guten Leistung von Leistung von Lara Gut.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz Wiedmer, Zürich
    Dieser Bericht-Titel ist eine Enttäuschung. Unsere Athleten sind sensationell unterwegs mit vielen tollen Leistungen. Es ist einfach lächerlich, welche 'Erwartungen' hier teilweise im Raum stehen. Für die Grösse der Schweiz wäre ein Medaillenspiegel ohne die Bündner realistisch!! Also wir nehmen was wir bekommen und freuen uns gefälligst. :-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Das sehe ich genau gleich wie Sie. Wie ich es im Nachbarblog zu diesem Rennen angedeutet habe, hätte ich diesen Sieg Maria Höfl-Riesch am meisten gegönnt. Das ist eine Athletin, die nicht nur mit Niederlagen, sondern auch mit Siegen gerade auch an WM und OS gut umgehen kann. Was Lara Gut betrifft: Eine wie sie wäre in den technischen Disziplinen viel geeigneter als beim Speed, weil sie einfach viel zu leicht ist und mit mehr Gewicht heute vielleicht gewonnen hätte.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von W. E, H
      @J. Stump: Bringt denn die Höfl-Riesch viel mehr Gewicht auf die Piste! Sie ist einfach einiges länger & sehr viel dünner als L. Gut. Aber ob das mehr an Gewicht bedeutet?.:-) Und da die Männer aus Österreich heuer nicht so mit Glück gesegnet sind, unseren Athleten es letzte Saison ähnlich ergangen ist, gönne ich es eben den österreichischen Frauen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Lenny Senn, Boston
      Wenn Sie wirklich behaupten Lara Gut sollte sich nicht in den Speed-Disziplinen versuchen, dann scheinen sie den aktuellen Weltcup nicht wirklich mitzuverfolgen. Wenn man in einer Saison 3 Super-G's und eine Abfahrt gewinnt so ist man sicher auf dem richtigen Weg. Gut hat heute nicht gewonnen weil sie gewisse Fehler gemacht hat, die ihr einen Podestplatz verwehrten. Heute gewann, wer am besten fuhr. Der Titel zeigt bloss, wie glücklich wir uns über ein solch starkes Team schätzen können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Juhui, schon kommen die ersten Reaktionen auf meine kleine Provokation. Natürlich hat Lara Gut schon mehrere Speed-Rennen gewonnen, aber auf solchen Pisten, die nicht zu viele Flachstücke aufweisen. Sobald ein "flaches" Rennen kommt, bei dem mehr Gewicht gefragt ist, wird es viel schwieriger. P.S. Es war ein Sportreporter - nach meiner Erinnerung Stefan Hofmänner, der von der Materie einiges versteht -, der auf dieses Gewichtsproblem aufmerksam gemacht hat, und nicht ich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Gian Serraina, Samnaun
      Ja ohne Bündner, keine Medallien! Wie heisst es: Ohne Bündner habt ihr keine Chance (auf Medallien).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen