Alles Roger in Istanbul? Noch nicht ganz

Bei der Premiere des ATP-Turniers in Istanbul ist Roger Federer bereits vor seinem ersten Ernstkampf der gefeierte Star. Noch ist am Bosporus aber nicht alles Gold, was glänzt.

Roger Federer spielt ein paar Bälle ins Meer.

Bildlegende: Spass am Bosporus Roger Federer bei einer Exhibition vor seinem ersten Ernstkampf. Keystone

Seinen Pass musste Roger Federer bei der Anreise nicht zeigen, durch den Hinterausgang verliess er - live übertragen vom türkischen Fernsehen - den Flughafen. Die erste Trainingseinheit verfolgten mehrere hundert Fans, im Internet wurde das Geschehen mit einem von türkischen Tennisexperten kommentierten Livestream übertragen.

Federer hier, Federer da

Die Türkei ist definitiv im Federer-Fieber. Die Ankunft des Weltstars hat die Millionen-Metropole, in der normalerweise «König Fussball» regiert, in Aufruhr versetzt.

«Ich wusste nicht, dass ich in der Türkei derart populär bin. Das grosse Interesse hat mich ziemlich überrascht», sagte Federer, der ohne seine Familie in Istanbul weilt, sichtlich perplex bei seiner ersten Medienkonferenz. Von den Journalisten wurde er gar mit Beifall begrüsst.

Die Anwesenheit der Weltnummer 2 verleiht dem Premieren-Turnier in der Mega-Anlage des «Koza World of Sports» den nötigen Glamour, um auch international wahrgenommen zu werden. Neben Federer konnten die Organisatoren mit Grigor Dimitrov (ATP 11) einen zweiten Weltklasse-Spieler verpflichten.

Noch ist nicht alles fertiggestellt.

Bildlegende: Noch im Bau So präsentiert sich das Gelände auf der Anlage. @MertovsTDesk/Twitter

Bauarbeiten noch im Gang

Noch ist am Bosporus aber nicht alles Gold, was glänzt. Während dem Schweizer überall der rote Teppich ausgerollt wird, präsentiert sich die Anlage teilweise noch als Baustelle.

Mangelnde Erfahrung bei der Durchführung internationaler Turniere sollte dafür keine Entschuldigung sein. Auf Futures-und ITF-Ebene finden in der Türkei praktisch wöchentlich Turniere statt. Ausserdem war Istanbul in den vergangenen Jahren regelmässig Gastgeber von WTA-Turnieren und von 2011 bis 2013 Austragungsort der «WTA Finals».

Ein «Bijou» als Center Court

Dies alles dürfte Federer am Mittwoch herzlich wenig kümmern, wenn er auf dem schmucken Center Court zu seiner Zweitrundenpartie gegen Jarkko Nieminen (ATP 71) antritt. Das Hauptstadion bietet Platz für knapp 8000 Zuschauer und dürfte am Mittwochabend bis zum letzten Platz gefüllt sein. Die regulären Tickets waren - Federer sei Dank - bereits nach wenigen Stunden ausverkauft.

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Roger Federer beim Kids Day

0:52 min, aus sportaktuell vom 28.4.2015

Sendebezug: Radio SRF 1, 28.04.2015, Abendbulletin