ATP sagt Zeitspiel den Kampf an

Wie angekündigt geht die ATP ab diesem Jahr konsequenter gegen das Zeitspiel im Tennis vor. Bei den ersten Turnieren des Jahres wurde dies für die Spieler bereits sichtbar. Die Reaktionen sind gespalten.

Die ATP setzt ihre Ankündigung betreffend Zeitspiel rigoros um.

Bildlegende: Mehr Spiel Die ATP setzt ihre Ankündigung betreffend Zeitspiel rigoros um. reuters

Insgesamt 36 Mal wurden Spieler beim ersten Turnier des Jahres in Doha in den ersten 5 Tagen wegen Zeitspiels bestraft. Dies sind neue Sitten im Tennis-Zirkus, denn bislang konnten sich die Akteure trotz anderslautender Regel vor den Aufschlägen praktisch so viel Zeit nehmen, wie sie wollten.

Benötigt ein Spieler vor dem Ballwechsel mehr als 25 Sekunden, wird der Aufschläger nach einer ersten Verwarnung mit einem Servicefehler und der Rückschläger mit einem Punkteabzug bestraft. Zuvor hätten die Schiedsrichter bereits bei wiederholtem Vergehen die Spieler belangen können, setzten die Regel aber eigentlich nie um.  

Kritik von Publikum und Spieler

Die ATP reagierte mit der Verschärfung auf Kritik von Publikum und einzelnen Spielern. So gehörte auch Roger Federer zu den Verfechtern des schnelleren Spiels. «Wie kann man 4 Stunden gegen Rafael Nadal spielen, ohne dass er wegen Zeitspiels belangt wird?», hatte er schon verlauten lassen. Nadal gehört von den Top-Cracks zu denjenigen, die sich vor allem bei eigenem Aufschlag übermässig Zeit lassen.

Man habe in der ersten Woche des Jahres die Spieler vor den Matches auf das neue Reglement aufmerksam gemacht, sagte ATP-Supervisor Thomas Karlberg. «Und wir halfen ihnen, indem wir sie vor den Seitenwechseln aufgefordert haben, sich zu beeilen.»

Monfils «nicht glücklich»

Dennoch sind die Meinungen bei den Spielern geteilt. Gaël Monfils, der in Doha belangt wurde, betonte zwar, dass er ein Verfechter des schnellen Spiels sei, wandte aber ein, dass er Zeit brauche um seine Hände zu trocknen. «Ich bin nicht glücklich. Es stört meine Konzentration», sagte der Franzose. Andy Murray fand ebenfalls keine grundsätzlichen Einwände, findet die 25 Sekunden aber zu knapp bemessen.