Der Mann, der Wawrinkas unglaubliche Serie beendete

Stan Wawrinka umgab einst den Nimbus des Unbesiegbaren, wenn er in einem Endspiel stand. Bis Alexander Zverev, sein Achtelfinal-Gegner in Miami, kam.

Stan Wawrinka (links) und Alexander Zverev nach dem Final in St. Petersburg 2016

Bildlegende: Neidischer Blick? Für einmal musste sich Stan Wawrinka in einem Endspiel geschlagen geben. Keystone

Es war fast unheimlich: Wenn Stan Wawrinka einen Final erreichte, gewann er das Turnier dann auch. 11 Mal in Folge blieb er in Endspielen ungeschlagen, vom Juni 2013 (Niederlage gegen Nicolas Mahut in s-Hertogenbosch) bis zu jenem Final in St. Petersburg Ende September 2016.

Der Gegner in Russlands Metropole hiess Alexander Zverev und wenig deutete darauf hin, dass Wawrinkas Serie nun reissen würde. Zwar hatte der junge Deutsche mit russischen Wurzeln sein Talent bereits mehr als nur angedeutet, doch der Romand seinerseits war mit dem Selbstvertrauen des frisch gebackenen US-Open-Champion nach St. Petersburg gereist.

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Wawrinka verpasst gegen Zverev den 12. Streich

3:16 min, aus sportpanorama vom 25.9.2016

Zweifache Wende

Den ersten Satz musste Wawrinka zwar mit 2:6 abgeben, danach aber schien er den Tritt gefunden zu haben, gewann Durchgang 2 mit 6:3 und zog im Entscheidungssatz auf 3:0 davon. Doch Zverev kämpfte sich zurück, glich zum 3:3 aus und schaffte schliesslich das entscheidende Break beim Stand von 5:5.

«Du bist die Zukunft des Tennissports – und jetzt schon top!», meinte Wawrinka nach der Niederlage. Für Zverev war es der 1. Titelgewinn auf der Tour. Im Februar dieses Jahres knackte er erstmals die Top 20, nachdem er in Montpellier seinen 2. Turniersieg feiern konnte.

Einmal Kurz- und einmal Schwerst-Arbeit

In Miami übersprang Zverev nach einem Freilos die Hürde Yen-Hsun Lu in der 2. Runde problemlos, ehe er den zweieinhalbstündigen Härtetest gegen Aufschlagsriese John Isner in 3 Sätzen gewann. «Ich spielte in beiden Runden gutes Tennis. Doch es wird nicht einfacher. Wawrinka ist hier als Nummer 1 gesetzt und stand in Indian Wells im Final. Er ist in einer sehr guten Form.»

 

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 28.03.2017 06:30 Uhr