Zum Inhalt springen

ATP-Tour Djokovic und Co. lesen Kyrgios die Leviten

Die verbale Entgleisung von Nick Kyrgios im Spiel gegen Stan Wawrinka hat im Tennis-Zirkus hohe Wellen geschlagen. Nicht nur die Weltnummer 1 Novak Djokovic hob den Zeigefinger, auch Andy Murray, Rafael Nadal sowie der Spielerrat der ATP äusserten sich zum Vorfall.

Legende: Video Wawrinka von Kyrgios beleidigt abspielen. Laufzeit 0:46 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.08.2015.

Nach dem bösen verbalen Ausraster von Nick Kyrgios haben sich die Topspieler des ATP-Zirkus erstaunlich deutlich zum Vergehen des jungen Australiers geäussert. Dieser hatte Wawrinka während der Partie verbal attackiert und auf die kolportierte Liaison zwischen dem Romand und der Kroatin Donna Vekic angespielt.

  • Novak Djokovic: «Er ist bestraft worden, und das hat er wirklich verdient. Er muss seine Lektion wohl auf die harte Tour lernen», so die Weltnummer 1. Er wisse natürlich, dass jeder Spieler emotionale Höhen und Tiefen durchmache, «aber dass man seine Wut am Gegner auslässt, dafür gibt es keine Entschuldigung.»
  • Andy Murray: «Es gibt im Tennis Dinge, die sich einfach nicht gehören. Das war eines davon.» Das Wichtigste sei es nun, dass der Jungster aus dieser Geschichte die richtigen Schlüsse ziehe, so der Olympiasieger.
  • Rafael Nadal: «Unsere Aufgabe ist es, ein Vorbild für die nachrückende Generation von Spielern zu sein. Gerade für die Kinder sollten wir ein gutes Vorbild sein und gewisse Werte vermitteln», so der Spanier. Ausserdem sei man als Profi jede Woche mit seinen Kollegen in der Umkleide, da sei es leichter, wenn man zu diesen eine gute Beziehung pflege, erklärte der neunfache French-Open-Sieger.

Neben Djokovic, Murray und Nadal hat auch der Spielerrat der ATP ein deutliches Statement abgegeben. Diesem Gremium, das von den Spielern selbst gewählt wird, gehört auch Stan Wawrinka an.

  • «Wir verurteilen Nick Kyrgios' Kommentare gegen Wawrinka aufs Schärfste. Solche Dinge haben in unserem Sport keinen Platz. Manchmal werden Aussagen unter gewissen Umständen falsch verstanden, aber der Kommentar von Nick ist nicht zu verteidigen.»

Kyrgios selbst, der von der ATP mit einer Busse von 10'000 Dollar bestraft wurde sowie künftig auf Bewährung und unter besonderer Aufsicht stehen wird, zeigte sich reumütig.

  • Nick Kyrgios: «Ich habe Wawrinka getroffen, und verständlicherweise war er echt sauer. Ich habe mich öffentlich und privat bei ihm entschuldigt. Ich hoffe, die Sache ist damit erledigt. Mit den Folgen muss ich nun klar kommen.»
Legende: Video Kyrgios: «Stan war wütend» (englisch) abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Vom 14.08.2015.

Sendebezug: Radio SRF 3, 13.08.2015, 08:40 Uhr

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wirklich zum Heulen, da ist der arme Stan übel beleidigt worden. Also ehrlich, Leute: Wer sich während des Spiels ständig auf die Stirn tippt - wem zeigt er wohl immer den Vogel? -, muss sich nicht wundern, wenn auch ein anderer einmal ausrastet. Natürlich waren die Worte dieses Kyrgios unschön, aber auch das Tennis ist schon lange kein Gentleman-Sport mehr. Sind das Männer oder Milchbubis? Sie sollten einmal hören, was auf den Fussball- und Eishockey-Feldern so alles gesagt wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Philipp Ernst, Gretzenbach
    Respekt Rafa Nadal. Sein Kommentar zeigt, dass er versteht worum es geht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ruth Zahnd, Vancouver, WA 98661
    Kyrgios sollte nicht nur gebüsst werden für seine Aussprachen, er sollte für einige Tournaments disqualifiziert werden. Nur dann wird er dies ernst nehmen. Wie schon gesagt, dieser Kerl tut es immer wieder und kommt mit einer Busse glimpflich davon.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Karl Müller, Düdingen
      Er hat jetzt von den Spielern und den Zuschauern erfahren, was man von ihm hält. Wenn er dies nicht ernst nimmt, dann ist ihm in keiner Art und Weise zu helfen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen