Erste echte Hürde für «Selfie-König» Federer

Roger Federer fühlt sich in der kalifornischen Wüste pudelwohl. Auch wenn im Viertelfinal mit Tomas Berdych ein erster Prüfstein wartet (ab 20 Uhr im Ticker), wirkt der Rekordhalter von Indian Wells zurzeit tiefenentspannt. Seine Popularität gestaltet Federer aktiv mit.

Roger Federer

Bildlegende: Für ihn scheint zurzeit die Sonne Roger Federer. Imago

Mit seinem 50. Sieg in Indian Wells im Achtelfinal gegen Jack Sock setzte Federer einen weiteren Meilenstein in seiner glanzvollen Karriere. Mit seiner imposanten sportlichen Bilanz können auch seine Zahlen in den sozialen Netzwerken mithalten. Fast 15 Millionen Facebook-Likes und 2,74 Millionen Follower auf Twitter zeugen von der riesigen Popularität, welcher sich Federer erfreut.

Social Media mit Mass

Die Website der ATP bezeichnete den Schweizer am Donnerstag gar als «Selfie-König». Dieser sei in den letzten 2 Jahren auf Twitter und Instagram durchgestartet. Federer äusserte sich ausführlich zum Umgang mit seinen Fans: «Ich versuche, ihnen einen anderen Einblick zu geben.» Es bereite ihm grossen Spass, mit seinen Anhängern zu interagieren, Probleme mit Social Media habe er bisher keine gehabt, weil er sehr vorsichtig vorgehe. Zuletzt zeigte sich Federer auf Instagram mit Eishockey-Legende Teemu Selänne und Tennisprofi Jarkko Nieminen. Auf Twitter brauste er mit zerzaustem Haar in einem Golf-Caddy davon. Für den Weltverband spielte Federer sogar Luftgitarre.

Übertreiben wolle er es nicht, sagt Federer: «Ich will nicht durchdrehen und alles verfolgen, denn ich habe noch ein Leben. Ich will meine Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen und nicht am Handy.» An Unterstützung mangelt es Federer diesbezüglich nicht. Seine Frau, die Kinder und auch die Eltern haben die Reise nach Kalifornien mitgemacht. Sein alter Kumpel Michael Lammer dürfte auch am Freitagabend in der Box Platz nehmen.

3 Niederlagen gegen Berdych in den USA

Gegen den Tschechen hat Federer «nur» 12 von 18 Begegnungen gewonnen. Auf US-Territorium setzte es in allen 3 Duellen Niederlagen ab. Das letzte Aufeinandertreffen liegt allerdings über ein Jahr zurück. Es endete mit einem Sieg des Schweizers im Final in Dubai.

«Es gab mal eine Phase, in der ich mit seinem Spiel nicht so gut zurecht kam», erinnert sich Federer. Zuletzt lief es gegen den aggressiven Grundlinienspezialisten allerdings wieder besser. «Es war meistens knapp, zumal wir in etwa auf den gleichen Belägen gut spielen.» Im Kampf um den Halbfinal-Einzug werde es wohl auf die Tagesform ankommen, glaubt er. Nächster Gegner auf dem Weg zum 5. Titel in Indian Wells wäre entweder Milos Raonic oder Rafael Nadal.

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 18.03.15, 06:00 Uhr

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Federers souveräner Auftritt im Achtelfinal

1:41 min, vom 19.3.2015