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ATP-Tour Federer: «Lange Reise für eine Startniederlage»

Nach der völlig unerwarteten Auftaktniederlage am ATP-1000-Turnier in Schanghai sass die Enttäuschung bei Roger Federer wenig überraschend tief. Eine Erklärung für sein frühes Aus fand der Vorjahressieger nicht.

Legende: Video Federer zu seiner Niederlage (englisch) abspielen. Laufzeit 1:09 Minuten.
Vom 13.10.2015.

Wie immer nach einer Niederlage wollte Federer seine Medienpflichten nach dem überraschenden Scheitern gegen Albert Ramos-Vinolas möglichst schnell hinter sich bringen. Eines nahm der «Maestro» aber gleich vorweg: «Grundsätzlich weiss man in einem Startspiel nie genau, wie aggressiv man spielen muss. Und als Qualifikant war Albert natürlich schon im Turnier drin», so der Baselbieter.

Ich war perfekt vorbereitet und habe wunderbar trainiert. Aber solche Tage gibt es.

Die Erfahrung, dass Auftaktspiele in Schanghai keine Selbstläufer sind, hatte Federer bereits vor einem Jahr gemacht, als er sich gegen den Argentinier Leonardo Mayer erst nach fünf abgewehrten Matchbällen durchsetzen konnte. Fünf Tage später gewann er das Turnier.

Niederlage mit Seltenheitswert

Einen Erklärungsansatz für seine Niederlage suchte der früh entthronte Titelverteidiger vergeblich: «Ich war perfekt vorbereitet, hatte vorher Ferien und habe in Dubai und hier wunderbar trainiert. Diese Niederlage habe ich nicht erwartet, aber solche Tage gibt es», fasste ein enttäuschter Federer zusammen.

Für den Schweizer ist eine Niederlage bei einem Masters-1000-Turnier auf diesem Belag höchst selten. Auf Hartplatz unter freiem Himmel hatte er zuletzt 2008 in Toronto sein Startspiel (gegen Gilles Simon) nicht gewonnen.

Legende: Video Federer zu den Bedingungen (englisch) abspielen. Laufzeit 1:12 Minuten.
Vom 13.10.2015.

Niederlage abhaken und nach vorne schauen

Das frühe Out in Schanghai ärgerte Federer umso mehr, als dass die Weltnummer 3 in ihrem Spiel noch Verbesserungspotenzial sah. Bei den Returnspielen habe es schon etwas gehapert. Dennoch sei er überzeugt, dass er sich im Turnierverlauf noch hätte steigern können, so der 17-fache Major-Sieger.

Obwohl ihm diese Chance nun genommen wurde, wollte Federer nicht lange hadern. Ihm blieben nun ein paar freie Tage mehr und er werde bereits am Freitag zusammen mit Pierre Paganini an seiner Kondition arbeiten, um für das Turnier in Basel, Paris-Bercy und die ATP Finals im November fit zu sein. Ganz verbergen konnte der «Maestro» seine Enttäuschung aber auch mit Blick auf die kommenden Wochen nicht: «Es war doch eine lange Reise, um eine Startniederlage zu kassieren.»

Legende: Video Auftaktniederlage: Federer unterliegt Ramos-Vinolas abspielen. Laufzeit 3:04 Minuten.
Aus sportaktuell vom 13.10.2015.

Sendebezug: Radio SRF 3, Nachrichten, 11.10.2015, 08:00 Uhr

5 Kommentare

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  • Kommentar von Conradin Beck, Triesenberg
    Das kann passiere, ich bin mir sicher dass RF in Basel gewinnt und das er 2016 wieder ganz gut aufspielen wird und min. 1 Grand Slam Titel holt. Am Ende kann er auf ein durchaus erfolgreiches Jahr zurückblicken trotz einer Startniederlage in Shanghai. Go Roger
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  • Kommentar von jean passant, thun
    Das war mal wieder eine typische Federer Pleite, wie man sie immer wieder seit 2013 sieht. Ich wundere mich schon lange nicht mehr, wenn er wieder solch Abstürze präsentiert und vermute, dass RF 2015 nicht mehr viel zeigen wird.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Einem geschlagenen Gaul schlägt man nichts aufs Maul, wie ein altes Sprichwort so ähnlich lautet. Ich bin sicher, dass RF nochmals kommen wird, ganz sicher in seinem eigenen Heimturnier, bei dem es nicht nur um einen Turniersieg geht. Dieses Turnier MUSS er ganz einfach gewinnen, und wenn es nicht anders geht, auch mit Hilfe des chauvinistischen Basler Publikums, siehe letztes Jahr. Wer auch immer ihn schlagen wird - wenn überhaupt -, wird das im nächsten Spiel zu hören bekommen.
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  • Kommentar von Michael L, Thun
    Was ich nicht verstehen kann ist, dass Roger nach den US Open eine solch lange Pause gemacht hat. Ich hätte damit gerechnet, dass er spätestens in Peking oder Tokio wieder spielen wird. Vielleicht (wenn ich diese Vermutung äussern darf) wurde ihm die fehlende Matchpraxis zum Verhängnis. Trainiert hat er bestimmt gut und hart, aber wenn du einen Monat lang keinen Ernstkampf bestreitest und dann quasi "kalt" in ein Turnier startest, dann geschehen eben solche Dinge....
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