Federers Reise in die Vergangenheit

Zuerst war Roger Federers Aufschlagfestival im Wimbledon-Halbfinal, dann der Aufschrei in den Medien. Die Weltpresse huldigt den «Maestro», und sie attestiert ihm die Form seiner besten Tage.

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Federers Machtdemonstration gegen Murray

5:06 min, aus sportaktuell vom 10.7.2015

  • 2 Grand-Slam-Titel hat Roger Federer in den vergangenen fünfeinhalb Jahren gewonnen, die letzte Trophäe stemmte er 2012 bei Wimbledon in die Höhe. Gemessen an seiner Gesamt-Errungenschaft, 17 Major-Siege seit Mitte 2003, ist dies eine blasse Ausbeute. Immer wieder hiess es: Warum hängt er so am Tennis? Weshalb tut er sich das noch an? Wann tritt er zurück? «Der Halbfinal gegen Andy Murray hat all diese Fragen überflüssig gemacht», schreibt die NZZ und verweist auf ein Comeback des Superlativs.
«  Wären da nicht die fortschreitenden Geheimratsecken, könnte man glauben, sich in der Ära seiner grössten Dominanz zu finden. »

Tages-Anzeiger

  • The Guardian suchte gleichwohl nach Antworten – darauf, worauf die Auferstehung des fast 34-jährigen Ausnahmekönners gründet: «Federers Grösse ist nicht nur seinem Schläger geschuldet oder der blossen Statistik. Vielmehr entspringt sie seinem Herzen, seiner Seele.» Er liebe das Spiel so sehr, dass es nicht seine Hauptmotivation war, sich für die bittere Final-Niederlage vor einem Jahr im All England Club gegen Novak Djokovic zu revanchieren.
  • Die Überschrift eines Kommentars im Tages-Anzeiger lautet: «Federer dreht die Zeit zurück». Weiter unten ist zu lesen: «Wären da nicht die fortschreitenden Geheimratsecken auf seiner Stirn, könnte man glauben, sich wieder in der Ära seiner grössten Dominanz zu finden, die doch schon fast 10 Jahre zurückliegt.»
  • Auch die Online-Plattform von BBC knüpft daran an: «Wir dachten, er habe seine beste Phase im Jahr 2007 gehabt, als er zum 5. Mal in Folge in Wimbledon unantastbar geblieben war. Doch hat er diese Zeiten nun nicht nur aufleben lassen, sondern sogar übertroffen.»
  • Das Blatt aus seiner Heimat, die Basler Zeitung, schwärmt in ähnlichen Tönen: «Wenn der Schweizer servierte, wähnte man sich schon fast zu Zeiten Sampras' oder Beckers.» Folgende Zahlen aus dem Halbfinal stützen diese Worte: 76 Prozent aller ersten Aufschläge von Federer landeten im Feld, von diesen Bällen gewann er zu 84 Prozent den Punkt.
«  Er scheint im Spätherbst seiner Karriere noch einmal das Allerbeste aus sich herauszuholen. »

FAZ

  • Dabei lässt L'Equipe einen entscheidenden Faktor nicht ausser Acht: «Andy Murray spielte überhaupt nicht schlecht. Aber Federer war an diesem Freitag einfach in einem Zustand der Übermacht.»
  • Folglich rief die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu einer Debatte auf, ob wir denn aktuell einen Roger Federer erleben würden, der besser denn je sei. «Dabei ist die Auswahl recht gross – es war sein 1359. Auftritt als Profi. Doch er scheint im Spätherbst seiner Karriere noch einmal das Allerbeste aus sich herauszuholen.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 10.07.2015 17:00 Uhr

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den Final zwischen Roger Federer und Novak Djokovic am Sonntag ab 15:00 Uhr live auf SRF zwei, im Stream (srf.ch/sport) und Liveticker.

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